Aktuelle Themen

goldrote Flechten überziehen einen Holunderstrauch und würgen ihn langsam ab. Foto vom 26.03.17 (H. Büttner)

 

Auch wenn der Mai heuer kühl anfängt, der Klimawandel ist nicht mehr zu übersehen. Nach dem extrem warmen März drängten europaweit viele Obstblüten vorzeitig aus der Winterruhe und erfroren im April bei Nachtfrösten bis minus 7 Grad. Das ist das Tückische am Klimawandel: Die Mittelwerte steigen, aber die Extreme bleiben. Und so erleben wir Tage, die vor Hitze nicht zu ertragen sind, und Stunden später nasskaltes Wetter, für das man einen Winterpullover und die lange Regenjacke braucht.

Wer es genauer, wissenschaftlicher wissen will:

http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2017-05/klimawandel-erderwaermung-co2-meeresspiegel-fakten-beweise/komplettansicht

Heidi Büttner 13. Mai 2017

 

Wahl des Bundestagsdirektkandidaten für den Wahlkreis 196

(Text: Heidi Büttner)

Auf einer gemeinsamen Versammlung am 06.04.2017 mit den wahlberechtigten Mitgliedern von Bündnis90/Die Grünen aus dem Wahlkreis 196 wurde Roberto Kobelt als unser neuer Direktkandidat bestimmt. Die Diskussion in der Wahlversammlung drehte sich um Bundesthemen wie die Trassenführung bei der neuen Südlink-Stromtrasse, um das Abwürgen der Energiewende durch die Bundesregierung und um die dringend notwendige Wende in der Agrarpolitik. Aber auch Thüringen-Themen wie die Gebietsreform wurden besprochen, und wie im kommenden Wahlkampf mit diesem schwierigen Thema umzugehen sein wird. Das kann den ganzen Wahlkampf überlagern und hat für dem Bundestag null Wirkung. Roberto Kobelt wurde nach dem Rückzug von Reinhardt Linz einstimmig zum neuen Kandidaten von Bündnis90/Die Grünen gewählt. Reinhardt Linz hat Roberto Kobelt alle Unterstützung zugesagt.

Hier eine Vorstellung unseres neuen Kandidaten:

Internet-Seite Roberto Kobelt

 

 

 

Korrektur:

Reinhard Linz zieht seine Kandidatur zurück. Er wird aber den Bundestagswahlkampf mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mittel unterstützen. Wir danken Reinhard für sein Engagement und hoffen, dass er seine internationalen Erfahrungen aus der Vergangenheit und seine aktuelle Arbeit in der Flüchtlingshilfe in den auf uns zukommenden Diskussionen und Auseinandersetzungen wirkungsvoll einbringen kann.
14.03.2017 Heidi Büttner

Vorstellung des Direktkandidaten von Bündnis 90/Die Grünen für die Wahl zum Bundestag für den Wahlkreis 196 Schmalkalden-Meiningen/Suhl/Hildburghausen/Sonneberg

Linz-Reinhard, im Gespräch mit Mitgliedern des Regionalverbandes SON-HBN

Reinhard Linz im Gespräch mit Mitgliedern des Regionalverbandes SON-HBN (Foto: Heidi Büttner)

Am 13.02.2017 besuchte Reinhard Linz, grünes Mitglied aus Wernshausen, den Regionalverband Sonneberg-Hildburghausen und warb um Unterstützung für seine Bewerbung als Direktkandidat für den Wahlkreis 196 in Südthüringen für Bündnis90/Die Grünen. Reinhard Linz hat viele Jahre im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland unter anderem in Afrika und in Südosteuropa in Friedensmissionen gearbeitet, und nach seiner Pensionierung einen Ruhesitz in Wernshausen gefunden. Dort lebt er mit seiner äthiopischen Frau und drei Kindern und führt eine kleine Firma im meidizintechnischen Bereich. Durch seine reiche Erfahrung in der praktischen Friedenspolitik im Ausland ist Reinhard Linz eine große Bereicherung der politischen Landschaft in Südthüringen. Wir freuen uns auf einen abwechslungsreichen Wahlkampf mit einem etwas anderen Akzent und vielen erfrischenden Diskussionen mit Blickwinkel über das Kleinstädtische hinter dem Wald hinaus und unterstützen einstimmig sein politisches Engagement. Die Wahl zum Direktkandidaten von Bündnis90/Die Grünen im Wahlkreis 196 wird voraussichtlich Mitte März in Meiningen stattfinden.

Heidi Büttner

 

Allen unseren Leserinnen und Lesern wünschen wir ein gesundes neues Jahr,

Mut für alle auszustehende Kämpfe und die notwendige Gelassenheit, wenn’s mal richtig in die Krise geht. Wir starten ruhig ins neue Jahr, es wird schon noch turbulent genug. Denken wir nur an die anstehende Bundestagswahl und die Auseinandersetzung mit den Kräften, die unser Land von der Demokratie wegdrängen wollen. 
In dem Sinne, Heidi Büttner

 

weihnachtsbild-klein

 

 

 

 

 

Thüringer Grüne einstimmig gegen die Kürzung der Bahnfahrpläne in Südthüringen

Auf der Landesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen Thüringen in Bad Langensalza stimmten die Delegierten am Samstag einstimmig für den Antrag mit dem Titel: „Keine Kürzungen im Südthüringer Bahnnetz – Regionalisierungsmittel sachgerecht für den Schienenpersonennahverkehr verwenden!“

abstimmung-ldkGrund des Antrages waren die geplanten Kürzungen des Thüringer Verkehrsministeriums auf den Bahnstrecken Sonneberg-Neuhaus/RWG. und Wernshausen-Zella-Mehlis.

Die einbringenden Bündnisgrünen Regionalverbände Schmalkalden-Meiningen-Suhl und Sonneberg-Hildburghausen wurden bei diesem Antrag von Vertretern des Landesvorstandes und des Arbeitskreises Mobilität des Landesverbandes unterstützt.

Die betroffenen Linien werden von den Fahrgästen gut angenommen und sind mit dem Busverkehr vernetzt. Dass andernorts dafür Strecken aufgewertet werden, ist für die von den geplanten Streichungen betroffenen Fahrgäste ein untauglicher Trost. Es ist auch unmöglich, den Betroffenen zu vermitteln, dass ausgerechnet unter grüner Regierungsbeteiligung Bahnangebote ausgedünnt werden.

Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass der öffentliche Personennahverkehr angebotsorientiert ausgebaut werden soll. Das bedeutet auch, dass die Oldk-teilnehmerrte am Rande des Freistaates mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut und zügig erreichbar sein müssen.

Es hätte auch andere Strecken treffen können. Aber der Landesverband von Bündnis90/Die Grünen macht sich dafür stark , dass es in Zukunft keine Kürzungen im Thüringer Schienenverkehr im Vergleich zum aktuellen Angebot geben darf.

Heidi Büttner

 

Am 27.10.2016 konnten wir in Schleusingen zu einer offenen Diskussionsrunde

Dirk Adams von der B90/Grünen Landtagsfraktion zu einem Gastvortrag zum hochaktuellen Thema „Gebietsreform“

begrüßen. Es wurde während des Vortr2016-10-27-gebietsreform3ages und den dazwischen aufkommenden Diskussionen deutlich, dass eine Reform der bisherigen Landkreisstruktur unumgänglich ist.

Jedoch zeigten die Teilnehmer große Bedenken, dass diese Gebietsreform reibungslos stattfinden wird. Warum also nicht zuerst eine Funktionalreform durchführen? Interessant war die Antwort, dass bereits alles das, was ohne Gebietsreform machbar war, bereits reformiert wurde. Schließlich wurde das Thema bereits zu Zeiten von Christine Lieberknecht (CDU) angegangen.

Ebenfalls zu erwähnen ist, dass die Landesregierung bei der Planung die Erfahrungen der anderen Länder – in denen bereits Gebietsreformen durchgeführt wurden – berücksichtigt hat. So wurden beispielsweise Kreisgrößen über 3000 qkm vermieden.

Konkret zu den wichtigen lokalen Institutionen konnte Adams folgende Aussagen treffen:

In den Feuerwehren gibt es noch viel zu klären, wenn es um die Aufrechterhaltung der Struktur der Hauptamtlichen geht. Auch bei den Sparkassen sind viele Fragen noch nicht geklärt.
Was die Krankenhäuser betrifft, sollen differenzierte Strukturen und mehrere Rechtsformen nebeneinander aufrechterhalten werden.

Im Bereich des ÖPNV soll der Nahverkehr durch den Zusammenschluss zu größeren Verkehrsverbünden deutlich besser werden.
Wir vom Regionalverband B90/Die Grünen sehen zusammenfassend die Notwendigkeit des Zusammenschlusses, aber auch noch viele ungeklärte Fragezeichen die unbedingt rechtzeitig beantwortet werden müssen. Das alles steht aber bei uns unter der Prämisse, dass das Volksbegehren diesbezüglich zugelassen und durchgeführt wird, damit nicht am Willen der Mehrzahl vorbei regiert wird.

Text: Katharina Schmidt, Foto: Antje Duckwitz

Mitschrift Treffen des Regionalverbandes SON-HBN 25.08.2016 Cafe Charlott Hildburghausen

Teilnehmer: Katharina, Werner, Heidi,
entschuldigt: Karen
2016-08-25-rv-kobeltals Gäste: Roberto Kobelt, (MdL), Daniel Höhn, KV Erfurt, Wolfram Höhn, KV Leer

Katharina: Sie berichtet aus der Arbeit im Kreistag: Vorlagen von der Verwaltung werden im Bildungsausschuss vorgelegt, sind aber nicht mehr durch die Abgeordneten korrigierbar. Wie kann man hier eingreifen? Es geht um die Schließung der Schule Reurieth. Sie zeigt sich enntäuscht über den mangelnde Gestaltungsspielraum für sie als Abgeordnete im zuständigen Ausschuss. Trotz massiver Proteste aus der Bevölkerung werden die Schulschließungen durch die Kreisverwaltung durchgesetzt.

Roberto Kobelt: Es gibt einen Fördermittelkatalog für Umweltprojekte in Thüringen, diese müssen aber mit Hilfe der Kreise und Städte und Bürgerenergiegenossenschaften mit auf den Weg gebracht werden. Roberto bittet um Unterstützung und Weitervermittlung durch den Regionalverband.

Radwegeinvestitionsprogramm: 10  % der Mittel für Landesstraßen werden zukünftig für Radwege eingesetzt. (4 Mio). Für touristische Radwege werden 7 Mio eingesetzt.
Das Radwegekonzept für Thüringen wird zur Zeit überarbeitet.
Schulen: Förderung bei Schulneubauten kann bis auf 80 % steigen, wenn energetisch effektiv gebaut wird. In Sonneberg wird es einen Ersatzneubau für die Köppelsdorfer Schule geben, hier wäre zu prüfen, ob der neue Standard durchgesetzt werden kann.
Sozialer Wohnungsbau: Anstelle von zinslosen Krediten soll es zusätzliche Tilgungszuschüsse für enegieeinsparendes Bauen und Mietpreissenkungen geben. Das richtet sich vor allem an Wohnungsbauunternehmen und-genossenschaften
Tausend-Dächer-Solarprogramm (künftig „Solarinvest“)
Ansprechpartner im Landtag sind neben Roberto (Tel. 0361 3772672) auch Norbert Sondermann (Tel. 0361 3772692) und Matthias Schlegel (Tel. 0361 3772691)

Wir diskutieren ziemlich heftig über die geplante Gebietsreform. Wolfgang Höhn berichtet über die Erfahrungen, die das Land Niedersachsen nach einer großflächigen Gebietsreform gemacht hat, und dass die Probleme hinterher immer noch da sind, bzw. sich verschärft haben.

Sonstiges:
Wolfram Höhn: KV Leer (Ostfriesland)möchte im nächsten Sommer unseren RV SON-HBN zusammen mit Freunden aus dem KV Leer  besuchen. Termin:  letzte Sommerferienwoche Niedersachsen — Wahlkampfunterstützung Bundestagswahl
Wir freuen uns darauf.

Nächster Termin Regionalverbandstreffen: : 12.09.16 18;00 Uhr Cafe Charlott

für die Mitschrift: Heidi Büttner

 

Immer schön lächeln!

Frauen zwischen Selbstbestimmung und Selbstausbeutung

 

Gibt es das noch? Brauchen wir das noch? Frauenpolitik? Wir sind gleichberechtigt! Wir haben die Hälfte der Arbeit, die Hälfte der Verantwortung, die Hälfte der Entscheidungskompetenz.

immer-schön-lächeln

Aber manchmal auch nur die Hälfte vom Gehalt. Oder nur den falschen Beruf gewählt?

Frauen von heute sind schön, schlank, witzig, kreativ und immer zur Hand, wenn ein Problem gelöst werden muss. Brauchen wir da noch so eine Krücke wie die Frauenquote?

Ja.

Die Rollen sind anders geworden. Frauen sind Leistungsträgerinnen, Mütter, Erzieherinnen, Partnerinnen, Eltern-Pflegerinnen und alles gleichzeitig. Daneben noch gut angezogen, gut frisiert, trainiert und ausgeglichen, kämpferisch und selbstbewusst.

Wer das nicht ist, hat verloren. Wer wegen kranker Kinder oder Burn Out aus dem Leistungsprozess herausfliegt, hat verloren. Wir passen uns als Frauen dem Leistungsbild der Neoliberalen Gesellschaft an, wir leben sie, wir schoppen, wir fitnessen, wir reisen, aber leben wir wirklich? Selbstbestimmt und mit unseren Mitmenschen?

Die Tätigkeit der Frauen war schon immer auch das Öl im Getriebe unserer Wirtschaft und unserer Gesellschaft, dieses Getriebe sollte damit elastischer laufen, menschlicher, weniger anfällig sein für Sand und Störungen.

Wir müssen über die sozialen Rahmenbedingungen reden, innerhalb derer wir uns bewegen. Ist die Selbstausbeutung, in die wir uns hineinbegeben, wirklich das Ziel jeder weiblichen Glückseligkeit?

Während des parlamentarischen Abends zum Internationalen Frauentag der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen haben wir genau das diskutiert. Als prominente Gastrednerin stand uns dazu die britische Kommunikationswissenschaftlerin Angela Mc Robbie zur Seite. Mit ihrem Buch „Top Girls“ hat sie dieses sich neu entwickelnde Spannungsfeld, in dem sich gerade die jungen Frauen heute bewegen, scharfzüngig analysiert und eigene Standpunkte der Vergangenheit revidiert.

Mehr dazu:

http://www.amazon.de/Top-Girls-neoliberalen-Geschlechterregimes-Gesellschaft/dp/3531162721#reader_3531162721

Ich verstehe das als Denkansatz. Denkansatz, sich selbst immer wieder zu hinterfragen.

Für uns war das eine lohnende Veranstaltung. Nicht zuletzt deshalb, weil die Bundespartei zum Abschluss auch richtig gute Musik organisiert hatte, und ein paar Kleinigkeiten zum Essen und Trinken, denn wir sollten bei aller trockener Politik nicht vergessen, dass wir auch leben und miteinander feiern und hin und wieder mal mensch sind.

 

Heidi Büttner (20.03.2016)

 

Gastbeitrag von Nico Langguth, Sonneberg:

700 Personen auf „Asylheim – Wir sagen NEIN!“-Demo

Für Sonntag, den 31.01.2016 mobilisierten eine Vielzahl von rechten Gruppen aus Thüringen und Franken zur Demonstration gegen die geplante Erstaufnahmeerinrichtung in Sonneberg/Wolkenrasen. Anmelderin war eine Bürgerin aus Sonneberg, die bisher nicht politisch in Erscheinung getreten ist. Im Gegensatz zur Anmelderin waren dies jedoch die 3 Redner, welche vor der Demonstration durch den Wolkenrasen mit rasstischen Reden auffielen. Den Anfang machte Axel Schlimper von der Europäischen Aktion. Zuvor waren seine Reden regelmäßig bei Sügida- und Thügida-Aufmärschen zu hören. Anschließend folgte der ehemalige NPD-Vorsitzende Günter Deckert aus Mannheim und David Köckert vom NPD Kreisverband aus Greiz. Am offenen Mikrofon meldete sich weder die Anmelderin noch eine andere Person zu Wort. Die gezeigten Transparante (Refugees not welcome etc.) und die teilweise üblen Reden der bekannten Neo-Nazis wurden von den vielen Bürgern, die an der Demonstration teilnahmen, nicht kritisch hinterfragt. Stattdessen bekamen sie Beifall für Vergleiche wie Flüchtlinge seien „Ungeziefer auf 2 Beinen“ oder „exotische Eindringlinge“.
Spätestens hier lässt sich darauf schließen, dass es den Demonstranten nicht explizit, wie zuvor behauptet um den ungünstigen Standort der geplanten Erstaufnahmeeinrchtung geht, sondern dass sie generell keine Flüchtlinge im Wolkenrasen, Sonneberg oder sonst wo haben wollen. Menschen aufgrund ihrer Herkunft als „Ungeziefer“ zu bezeichnen, ist einfach Rassismus. Dieser und andere rassistische „Ausfälle“ hinderten aber viele Sonneberger nicht daran, sich an der Demonstration zu beteiligen. Sicherlich ist es legtim, über die momentane Flüchtlingspolitik zu streiten, und Ängste (auch wenn wir diese NICHT teilen können) müssen ernst genommen werden. Wer sich jedoch mit Neo-Nazis unter solchen Transparenten und Redern versammelt muss einfach damit rechnen, in die Rechte Ecke geschoben zu werden, in der viele ja nicht stehen wollen. Ein offener Diskurs kann eben nur ohne Rassismus und Hetze stattfinden. Dies kann und darf nicht toleriert werden.
Auf der Gegenkundgebung waren lediglich ca. 100 Gegendemonstranten. Redebeträge gab es von der Antifa Coburg und dem Antifaschistischen Jugendbündnis Saalfeld sowie ein offenenes Mikrofon.

 

Auszüge aus den Pressemitteilungen des DWD zum Jahresende:

2015 zweitwärmstes Jahr in Deutschland – gemeinsam mit 2000 und 2007

Offenbach, 30. Dezember 2015 – Das Jahr 2015 erreicht in Deutschland eine Durchschnittstemperatur von etwa 9,9 Grad Celsius (°C). Es dürfte damit – nach ersten Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) – gemeinsam mit den Jahren 2000 und 2007 hierzulande das zweitwärmste Jahr seit Beginn flächendeckender Messungen im Jahr 1881 sein. Den Temperaturrekord hält mit Abstand 2014 mit 10,3 °C. Die vergangenen 12 Monate fielen außerdem zu trocken und sonnenscheinreich aus, meldet der nationale Wetterdienst.

2015 waren hierzulande zehn von 12 Monaten zu warm. Nur der September und Oktober blieben unter ihrem vieljährigen Durchschnitt. Der August war der zweitwärmste, die Monate November und Dezember waren sogar die wärmsten seit 1881. Im Juli und im August herrschte in Deutschland so extreme Hitze, dass im unterfränkischen Kitzingen mit 40,3 °C sogar ein neuer deutscher Temperaturrekord erreicht wurde.

2015 war 1,7 °C wärmer als das vieljährige Mittel.

Der Dezember setzt noch einen Rekord dazu:

(Quelle: DWD-Pressemitteilung)

Wärmster Dezember seit 1881 folgt auf Rekord-November

Offenbach, 30. Dezember 2015 – „Nach dem wärmsten November seit 1881 hat auch der Dezember 2015 seinen bisherigen Temperaturrekord gebrochen. Ein Plus von 5,6 Grad Celsius verglichen mit dem vieljährigen Monatsmittel ist ein bemerkenswerter Schlusspunkt eines weltweit wie auch in Deutschland klimatologisch außergewöhnlichen Jahres,“ betont Dr. Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Der Dezember 2015 war nicht nur deutschlandweit, sondern auch in allen Bundesländern der wärmste seit Beginn flächendeckender Messungen in Deutschland. In den vergangenen vier Wochen ergossen sich fortwährend sehr kalte Luftmassen aus dem nordkanadischen Raum auf den Nordatlantik. Sie sorgten dort unaufhörlich für Tiefdruckgebiete, die auf einer südlichen Bahn nach Osten zogen und Warmluft heran-schaufelten, die immer wieder große Teile Europas überflutete. Dies führte zu dem extrem warmen, sehr sonnigen und viel zu trockenen Dezember in Deutschland. Das meldet der DWD nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Mit großem Abstand wärmster Dezember

Der Dezember 2015 fiel mit 6,4 Grad Celsius (°C) um 5,6 Grad wärmer aus als das Mittel von 0,8 °C der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung +5,2 Grad. Damit übertraf der Monat die bisherigen Rekordhalter der Jahre 1974 und 1934 mit jeweils 4,8 °C deutlich. In Geilenkirchen bei Aachen zeigte das Thermometer an 27 Tagen über 10 °C, Freiburg meldete neun Tage mit 15 °C und mehr. Am höchsten stieg das Quecksilber am 17. in Emmendingen-Mundingen, nördlich von Freiburg, mit 18,0 °C. Zahlreiche Orte wie Köln, Aachen, Düsseldorf, Münster, Bremerhaven, Kiel und Schleswig blieben im Dezember 2015 völlig frostfrei. Nirgends sank die Temperatur in diesem Monat unter  10 °C. Den tiefsten Wert registrierte der DWD in Reit im Winkl am 13. mit -8,6 °C.

So weit die Auszüge aus den Pressemitteilungen. Wer die Texte komplett lesen möchte: www.dwd.de

Heidi Büttner 02.01.2016

 

Allen unseren Leserinnen und Lesern wünschen wir ein optimistisches Weihnachten,

Pilz_kleinauch wenn kein Schnee liegt und kein Biathlon-Weltcup in Oberhof stattfindet. Fahrt im nächsten Jahr ein bissel weniger Auto, schaut darauf, für was ihr euer Geld ausgebt und gebt dem Rest der Welt eine Chance zum Überleben.

Beispiel für Anpassung und Inklusion: Diese Schmetterlings-Tramete schmückt sich mit der Farbe, die ein Forstmitarbeiter auf einen alten Baumstamm gesprüht hat. Fotografiert am dritten Advent 2015. Bild und Text: Heidi Büttner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bericht über den Besuch der Thüringer Umweltministerin Anja Siegesmund in Sonneberg

Besuch bei der Vista Elektronik-Recycling GmbH in Sonneberg, Gewerbegebiet Malmerz

Die Thüringer Ministerin fVista-Demonstration-2015vista-Impression-2015ür Umwelt, Energie und Naturschutz Anja Siegesmund besuchte am Freitag, dem 04.12.15 nachmittags die Vista GmbH in Sonneberg. Mit dabei waren auch die Landessprecherin von Bündnis 90/Die Grünen Stephanie Erben und Heidi Büttner/Antje Duckwitz als Vertreterinnen des Kreisverbandes Sonneberg. In der Vista Sonneberg herrscht trotz der harten und zum Teil gefährlichen Arbeitsinhalte ein gutes und aufgeschlossenes Arbeitsklima. Hier werden Fernseher, Computer inclusive Festplatten und Haushaltsgeräte fachgerecht zerlegt und die Einzelteile dann an spezialisierte Fachfirmen weiter gereicht. Abhängig von den Weltmarktpreisen kann dabei Gewinn erwirtschaftet wevista-Kaffee-2015

vista-Gruppenfoto-2015

rden, manchmal muss die Vista auch zuzahlen, wenn zum Beispiel gefährliche Bestandteile fachgerecht entsorgt werden müssen. Recycling ist eines der wichtigsten Bestandteile einer wirklich funktionierenden Kreislaufwirtschaft. Es ist gut, wenn das innerhalb der Marktwirtschaft auch funktioniert, aber es ist nicht einfach und die Bedingungen werden von Jahr zu Jahr schwieriger. Die Umweltministerin hat den Kollegen großen Dank für ihr Engagement im praktischen Umweltschutz ausgesprochen. „Es gibt kein Ding, das wirklich Abfall ist.“ Man muss es nur fachgerecht wieder in den Kreislauf unserer Gebrauchsgegenstände zurück führen, anstelle immer wieder neu Ressourcen aus dem Boden zu graben und unsortierte, weggelegte Geräte zu verbrennen oder die Landschaft damit zu verschmutzen. Herzlichen Dank von uns an die Geschäftsführung und die Kollegen der Vista GmbH für den freundlichen Empfang und die aufschlussreiche Diskussion.    

 

Mehr über die Vista

 

GmbH erfahren Sie unter: http://www.vista-electronic.de/

 

Diskussion um Forstumbau und zerstörte Wanderwege

Anja Siegesmund und das Thema Grünes Band und der Hochwasserschutz

Obwohl Sonneberg gerade am Wochenanfang ein mittleres Hochwasser erlebt hat, drehten sich die Diskussionen am Abend im Gasthaus Eller zuerst einmal um konkrete Umwelteingriffe, wie private Baumfällungen, Sandgruben im Grenzgebiet, die mit Bauschutt zugefüllt werden und zum unwegsamen Gelände werden, um Wanderwege, die sich in Schlammlöcher verwandeln, und einen Forstwegebau, der nur noch an das Durchkommen von großen Holztransportern orientiert ist. Touristen, Skifahrer und Freizeitsportler sind offensichtlich in der modernen Forstwirtschaft nur noch Störfaktoren. Das haben die Sonneberger sehr nachdrücklich der Umweltministerin mit auf den Weg gegeben.

Aber Anja Siegesmund hatte auch Einiges mitgebracht, unter anderem ihre Initiative für das Grüne Band, das an der Stelle des ehemaligen Grenzstreifens zu einen nationalen Naturmonument werden kann. Sie holt sich dazu derzeit Unterstützung von der Bundesumweltministerin und von das anderen großen Anrainerländern Bayern, Hessen, Niedersachsen. Hartmut Endres vom BUND erinnerte daran, dass vor gut 25 Jahren, am 10.12.1990 vierhundert Leute sich zusammen gefunden haben, um das ehemalige Grenzgebiet als Grünes Band zu erhalten. Prominente, wie der Tierfilmer Heinz Sielmann haben sich damals mit engagiert.

Zum Hochwasserschutz in Thüringen: 90 Prozent der Gewässer sind ihres natürlichen Laufes beraubt. Das erhöht die Fließgeschwindigkeit der Bäche. Thüringen hat 300 km Deiche, die mehr oder weniger gut instand sind. Es gibt eine große Anzahl von Maßnahmen, die den Flüssen mehr Platz geben sollen und die Fließgeschwindigkeit senken.  Wir müssen als Land Thüringen uns der Verantwortung als Anlieger von hochwassererzeugenden Gebieten bewusst werden, dass wir diese Hochwasser nicht nur immer auf dem schnellsten Weg an die anderen Bundesländer wie Sachsen-Anhalt, Hessen und Bayern weiterreichen, wir müssen auch hier Flächen schaffen, wo diese Hochwasser aufgefangen werden.

Es gibt einzelne Projekte an der Gera und der weißen Elster, wo Hochwasserüberflutungsgebiete eingerichtet werden können. Die untere Naturschutzbehörde ist auf die Landesregierung zugegangen, mit der Bitte um zusätzliche Arbeitskräfte für die Landschaftspflege und den Naturschutz. Die ehrenamtlichen Pfleger können das nicht allein leisten. Das muss mit professionellen Strukturen unterstützt werden.

Wir haben als Land Thüringen vom Bund Mittel bekommen, mit denen wir aber nur Neubaumaßnahmen cofinanzieren dürfen.

Anja Siegesmund spricht auch die Eigenverantwortung der Gemeinden an, die Gemeinden müssen selbst die Risiken übernehmen, wenn sie in Hochwassergefährdungsgebiete bauen lassen. Zur Hochwasserabwehr müssen in den Gemeinden Strukturen entwickelt werden, die Wasser abwehren, äquivalent der Feuerwehr.

Das Hochwasser im Landkreis aktuell ist nach ihrer Informationslage gut gemanagt worden, es gab keine Gebäude oder Personenschäden, obwohl es das das siebtgrößte Hochwasser der Steinach war.

Es gibt im Land Thüringen eine Menge unerledigte Aufgaben, denen wir uns stellen müssen, das Landesprogramm Hochwasserschutz ist eines davon.

Heidi Büttner (06.12.15)

 

 

Grüner Freitag am 04.12.2015:

Gespräch zwischen Umweltministerin, Elektro-Schrottverarbeitern und dem Naturschutz in Sonneberg

Die Grüne Umweltministerin Anja Siegesmund sucht das Gespräch mit Naturschützern im Landkreis Sonneberg. Themen sind aktuell das Landesprogramm zum Hochwasserschutz in Thüringen und die Fortentwicklung des Grünen Bandes an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Am 04.12.15 ab 17:00 Uhr stellt sie sich im Gasthof Eller den Fragen der Sonneberger. Interessierte Gäste sind herzlich eingeladen, zu kommen und mit zu diskutieren und ihre Erfahrungen einzubringen.

Markante Hochwasser sind vor allem aus den 90iger Jahren noch gut in Erinnerung, als die Röden und die Steinach über die Ufer getreten sind. Sonneberg hat mit seiner Flutmulde ein gutes System zur Ableitung von Hochwasser der Steinach, aber die Anwohner an den anderen Bächen sind noch nicht ausreichend geschützt. Gibt es in der neuen rot-grünen Landesregierung auch andere Konzepte zur Hochwassersicherung als nur neue Dämme und Wälle aufzubauen! Wo kann man den Bächen Freiraum geben, wo Wasser vorstauen und wo kann man es auch im Gefahrenfall ableiten.

Angesichts der Trockenheit in diesem Sommer muss man auch über die Gefahren von Niedrigwasser reden, wenn illegal Abwässer in die dünnen Bäche eingeleitet wird, und die Fische sterben.

Aktiver Naturschutz bedeutet, dass man der Natur Platz gibt, sich zu entwickeln und wieder eine größere Pflanzenvielfalt zuzulassen. Inzwischen wird auf den Feldern im Sonneberger Land überwiegend Raps, Getreide, Grünfutter und Mais angebaut. Nacht dem Abblühen des Raps finden Bienen und andere Insekten keine Nahrung mehr. Flächen wie das Grüne Band können dieser einseitigen Landnutzung entgegenwirken, sie sind Heimat von Kleintieren, Orchideen und seltenen Pilzen. Diese kleinen Nutzer benötigen eine starke Lobby, um nicht unter den sprichwörtlichen Pflug zu kommen.

Ein großes Thema für den Umweltschutz ist das Recycling von Elektroschrott in Thüringen. Elektroschrott ist Rohstoff, seltene Erden, Edelmetalle, das alles muss zukünftig immer besser wieder aufgearbeitet werden. Die Umweltministerin besucht deshalb am Nachmittag des 04.12.15 die VISTA electronic GmbH., die sich mit genau diesem Problem aktiv auseinander setzt.

Heidi Büttner (22.11.2015)

Wir trauern um die Opfer der Pariser Anschläge vom 13.11.2015!

Wir fürchten um die Zukunft unserer freiheitlichen und toleranten Gesellschaft! Das mühsam erworbene Vertrauen zwischen Menschen verschiedener Glaubensrichtungen und Lebenseinstellungen wird mit Bomben und Schnellfeuergewehren zerstört. Lasst uns alles tun, um die Zivilgesellschaft und die Menschenwürde zu retten!

Heidi Büttner 14.11.2015

 

Am 07.09.2015 trafen sich anlässlich des THÜGIDA-Aufmarsches hier in Sonneberg ca 350 Menschen zu einer Gegenveranstaltung auf dem Sonneberger Rathausplatz. Unter dem Motto „Sonneberg bleibt Bunt“  hat der Sonneberger Kirchenkreis eingeladen.Wir als Bündnis 90 /Die Grünen KV Sonneberg haben selbstverständlich an dieser Veranstaltung teilgenommen.(Text und Bild: Thomas Heinlein 14.09.2015)Demo-am-07-09-2015b-klein

 

 

Weltoffenes Sonneberg gegen den Wanderzirkus von Thügida

Am Montag, dem 07.09.2015 ruft das Netzwerk „Demokratie leben“ zu einem Bürgerfest „Weltoffenes Sonneberg“ auf. Beginn ist 18:00 Uhr. Der evangelische Kirchenkreis in Sonneberg engagiert sich hier in großartiger Weise für die Demokratie und Willkommenskultur in unserem Kreis. Wir als Bündnis90/Die Grünen sind hier mit einem Stand vertreten und suchen die Diskussion mit Freunden und Kritikern, denn wir müssen über unsere Probleme mit der Zuwanderung reden.

Wir dürfen das nicht verdrängen, was auf uns zukommt, wir dürfen das nicht irgendwelchen namenlosen Institutionen überlassen. Ausgrenzung wird zu neuer Radikalisierung führen. Radikalisierung nach rechts und nach links und bis hin zu Beschimpfungen und den unseligen Brandanschlägen in Asylunterkünften. Diese Radikalisierung wird durch das Netzwerk Thügida voran getrieben, mit ihrem Wanderzirkus ziehen sie durch die Thüringer Städte und Gemeinden, speien weltfremdes Deutschtum in die Montagsabendluft und verursachen ganz nebenbei Steuergeldausgaben und Polizeiüberstunden in Größenordnungen. 

Es ist Krieg in der Welt. Bislang war das alles immer weitab von uns, es hat uns nicht berührt und nicht gestört. Menschen werden aus ihren Häusern vertrieben, aus ihren Berufen, aus ihren Existenzgrundlagen. Geben wir denen, die friedlich zu uns kommen, eine neue Chance! Zeigen wir denen, die unfriedlich kommen, dass wir stark sind, und geben wir denen, die zweifeln, unsere helfende Hand.

Heidi Büttner (05.09.2015)

Die Thügida will’s jetzt auch in Neuhaus am Rennweg treiben…

Wir veröffentlichen hier an dieser Stelle einen Aufruf eines Bürgerbündnisses aus Neuhaus am Rennweg gegen die Umtriebe der Thügida am Montag, dem 11.05.15.

Neuhaus am Rennweg

Der Demonstration der islamkritischen Thügida-Bewegung am Montag, 11. Mai, im Neuhäuser Stadtgebiet setzt ein Bündnis aus Parteien und Verbänden ein Bürgerfest unter dem Motto „Bunt aufm Berg“ entgegen.

Gefeiert wird ab 18 Uhr auf der Grünfläche zwischen Markthalle und Prachaticer Straße.Ein Straßenfest für Flüchtlinge und Asylbewerber aber vor allem auch für Jeden der gegen die braune Pegidaeinfarbigkeit Gesicht zeigen möchte. Die Organisatoren freuen sich auf gute Gespräche, weltoffenes Publikum bei gebotener Live Musik.

Auch für Verpflegung ist bestens gesorgt.

 Mit der Bitte um Teilnahme / Weitergabe der Information

Beste Grüße

 Ansgar Scherf

SPD Kreisvorsitzender Sonneberg

 

 

Infoveranstaltung am 16.05.2015 im Kulti in Rauenstein zum Coburger Convent Pfingsten 2015

Info-über-Cob-Conv-2015Zu dieser Veranstaltung haben politisch interessierte Sonneberger Jugendliche eingeladen. Gekommen waren ca. 100, zum großen Teil junge Menschen. Gehört wurden zwei Vorträge. Im ersten Vortrag wurde auf das konservativ nationalistische Treffen der Burschenschaften des Coburger Conventes, der in der kommenden Woche stattfindet, mit all seinen Facetten hingewiesen. Ein geschichtlicher Abriss der Entstehung der Burschenschaften mit ihren Verbindungen zur Wirtschaft, Politik und Kultur wurde dargestellt. Die geschichtliche Tradition, Coburg und die Nazis, Nazis heute im fränkisch-südthüringer Raum waren noch Thema dieses Vortrags.Protest-gegen-Cob-Conv-2015

Der zweite Vortrag beschäftigte sich mit dem weltweiten Antisemitismus. Nicht nur der rechte und der muslimische Antisemitismus waren Themen dieses Vortrages sondern auch der linke und der Alltags-Antisemitismus. An Hand von vielen Beispielen zeigte der Referent, dass aus allen Ecken der Gesellschaft, viele Menschen, Israel bzw. die Juden noch als Gefahr sehen.

Nach den Vorträgen mit Diskussionen, spielten noch mehrere Bands aus unserer Region bis spät in die Nacht.

Diese Veranstaltung zeigte, dass viele junge Menschen aus unsrer Region politisch denken und klare Zeichen setzen können. Schade ist es eben nur, dass die räumlichen Möglichkeiten, solche interessanten Veranstaltungen in unserem Landkreis durchzuführen, sehr eingeschränkt sind.

Thomas Heinlein, Sonneberg

 

 

 

Buntes Straßenfest gegen Thügida-Aufmarsch am 11.05.15 

WP_20150511_18_43_49_Pro

in Neuhaus am Rennweg

 

Fast 250 junge und alte und mittelalte Leute waren dem Aufruf der Stadt Neuhaus am Rennweg und deren Vereine und Parteien gefolgt, um ein Zeichen gegen die rechtsnationalen Umtriebe der Thügida zu setzen.

Die hatte thüringenweit mobilisiert und 180 Leute mit dem üblichen Outfit nach Neuhaus geholt, aber es waren auch Einheimische dabei, man soll sich da keinen Illusionen hingeben. Ach ja, man darf nicht vergessen, etwa 250 Polizisten waren auch da. Gegen 20:00 Uhr setzte sich dann der Zug der um Deutschland weinenden Thügida in Gang, begleitet von Buh-Rufen und Nazis-Raus-Sprechchören. Man mag gar nicht hinschauen, aber sie sind da und glauben ernsthaft, dass Ein Hundertstel Ausländer in Neuhaus am Rennweg das Abendland zum Einsturz bringen. Sie alle, die für Deutsche Arbeit für Deutsche Menschen demonstrieren, organisieren sich mit Handys aus Korea, tragen Hosen aus Indien und kaufen ihren Kindern Spielzeug aus China.

Unsere Welt ist global organisiert. Das müssen wir zur Kenntnis nehmen, mit allen Vor- und Nachteilen. Wer das ausblendet, lebt sein Leben mit Scheuklappen. Man muss sich dem stellen und in dieser Veränderung die Chancen begreifen, die Chancen, die auch der Zuzug von Flüchtlingen in eine so von Wegzug und Industriekrise gebeutelte Stadt wie Neuhaus am Rennweg bringen kann. Die Bürger der Stadt haben das wohl verstanden und feiern ein buntes Fest, grün, rot, schwarz und blau, mit witziger Musik und vielen interessanten Gesprächen über das Leben mit dem Kontrast und der Herausforderung, die die Zukunft bringen wird. Nichts wird einfacher. Zitat: „Vorurteile sind gefrorene Gedanken, starr und vertrocknet.“

Heidi Büttner

Ausgeschlagene Zähne, Gehirnerschütterungen, innere Blutungen

Von Thomas Heinlein

Ich kann nur den unten folgenden Ausführungen von Herrn Quent zustimmen. Ich war auch in Saalfeld vor Ort und habe die Jugendlichen gesehen, die von den braunen Mob brutal zusammengeschlagen worden sind. Die Polizei schützt noch diese Schläger und prügelt auf die Menschen der Gegendemo ein. Selbst bei dem Kinderfest in Saalfeld wurden Menschen von den Nazis angegriffen und was macht unsere Polizei, mit Schlagstöcken und Tränengas werden junge Menschen, die gegen diesen Naziaufmarsch demonstrieren, attackiert. Es erinnert an eine Zeit, wo die SA durch unsere Städte marschiert sind und Angst und Schrecken verbreitet haben. Wacht endlich auf und stellt euch diesen braunen Mob entgegen.

Der folgende ist Text kopiert aus Zeit online, nachzulesen unter:

http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2015/05/04/ausgeschlagene-zaehne-gehirnerschuetterungen-innere-blutungen_19297

Von Störungsmelder 4. Mai 2015 um 09:34 Uhr

Sequenz vom Beginn des Angriffs in der Saalstraße – 100 Neonazis ohne Polizei

Nach dem lebensgefährlicher Naziübergriff am 1. Mai in Saalfeld dokumentieren wir den offenen Brief eines Augenzeugen.

Rechtsextreme Gewalttat und Polizeiversagen in Saalfeld

Offener Brief Matthias Quent Jena, 03.05.15

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Engagierte,

  1. Mai 2015 in Thüringen: Im Bundesland, in dem der NSU entstanden ist, demonstrieren unterschiedliche rechtsextreme Organisationen in mehreren Städten. In die bundesweiten Schlagzeilen gerät ein Angriff von Neonazis auf eine Gewerkschaftskundgebung in Weimar. Etwa um 11 Uhr werden dort vier Menschen verletzt. Das ist schlimm. Medial ist es ein Eigentor für die Nazibewegung. Presse ist vor Ort und der Aufschrei erwartbar, zumal mit dem Weimarer Oberbürgermeister Herrn Wolf und dem stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion Herrn Schneider bekannte Persönlichkeiten zum Opfer der Nazis wurden. Der Angriff in Weimar war kaum vorhersehbar, obwohl er anscheinend durch die Rechtsextremen geplant war. In fast jedem Ort finden am 1. Mai gewerkschaftliche Veranstaltungen statt; alle gegen mögliche Spontanangriffe von Nazis polizeilich abzuschirmen, ist für die Demokratie nicht zu wünschen und wohl nicht möglich. Die politischen Kommentare und die parteiübergreifende, wiederholte Forderung eines NPD- Verbotes in der Debatte zeigt vor allem eine anhaltende Hilflosigkeit im Umgang mit dem Rechtsextremismus. Erfreulich ist, dass die Polizei in Weimar die Täter wenig später festnehmen konnte und die körperlichen Verletzungen der Betroffenen dem Vernehmen nach nur leicht sind. In Saalfeld wurden fast zeitgleich drei junge Menschen bei einem Naziangriff zum Teil schwer verletzt – ausgeschlagene Zähne, Gehirnerschütterungen, innere Blutungen und Krankenhausaufenthalte zeugen von der enormen Brutalität. Ein Betroffener wird im Laufe der Woche erneut operiert werden müssen. Ich war zufällig Zeuge dieses Angriffes und möchte Ihnen meine Beobachtungen aus Saalfeld schildern und um Ihre Solidarität bitten!

Ich war als Beobachter in Saalfeld, um mir selbst ein Bild von dem rechtsextremen Aufzug des „Dritten Wegs“ zu machen – jener in Bayern entstandenen Partei, die seit Neustem versucht, auch in Ostthüringen Fuß zu fassen. In Jena, Kahla und Saalfeld traten sie in den letzten Wochen in Erscheinung, also in jenen Städten, in denen die NPD schwach und die bewegungsförmig organisierten Rechtsextremisten des sogenannten „Freien Netzes“ vergleichsweise stark präsent sind. Der „Dritte Weg“ entstand als Reaktion der rechtsextremen Bewegung auf das Verbot des „Freien Netzes Süd“ in Bayern. In Thüringen rechnen die „Freien Netze“ spätestens seit der Regierungsübernahme von Rot-Rot-Grün damit, verboten zu werden und suchen daher nach neuen Organisationsformen. Als Soziologe forsche ich an der Universität Jena zu Rechtsextremismus; dabei ist es mir wichtig zu sehen, was ‚auf der Straße‘ passiert: Was fordern die Rechten? Wie präsentieren sie sich? Wie interagiert sie mit Polizei und politischen Gegnern? Wie reagieren Passanten, Anwohner, Gegendemonstranten? Vor einigen Wochen habe ich zum Beispiel für die Tagesschau den Auftritt von Geert Wilders bei PEGIDA in Dresden beobachtet und kommentiert.

Nun also Saalfeld. Mit dem Fahrrad und einer kleinen Digitalkamera unterwegs betrachtete ich den Aufzug der Rechtsextremen. Die Polizei hatte materialstark aufgefahren, um die Aufzugsstrecke der Neonazis mit Gittern abzuschirmen. Am Auftaktplatz der Rechtsextremen konnte ich zusehen, wie diese ankamen, aufbauten, sich einstimmten und ihre Kundgebung begannen. Einige Reden habe ich aufgezeichnet, um diese später ggf. näher inhaltlich analysieren zu können. Ein „freier Nationalist aus Thüringen“ sprach davon, dass in Saalfeld nun das „Gespenst des Nationalsozialismus“ umgehe. Pro- Flüchtlingsinitiativen seien „anti-weiß“ motiviert. Und vieles anders. Dem Zeitstempel meiner Kamera nach um 12:41 Uhr sagte ein Redner auf der „Dritten Weg“-Kundgebung durch das Mikrofon, dass „eine weitere größere Gruppe von national gesinnten Menschen sich am Bahnhof eingefunden hat, auch im dreistelligen Bereich, auf die werden wir dann auch warten“. Die Durchsage war auch von den anwesenden Polizisten klar und deutlich zu verstehen. Ich machte mich daraufhin mit dem Fahrrad auf den Weg in die Stadt.

Dem Zeitstempel meiner Kamera zufolge traf ich die auf der Kundgebung angekündigte Gruppe Rechtsextremer um 12:50 Uhr am „Saaletor“, an dem sich die Bahnhofsstraße in die Puschkinstraße und in die Saalstraße teilt. Ich schätzte die Gruppe aus der Ferne auf 100 bis 150 Personen. Zunächst irritierte mich, dass ein Großteil der Gruppe schwarz-weiß-rote Mützen trug. Fast alle waren schwarz gekleidet und trugen Sonnenbrillen. Am meisten verunsicherte mich jedoch, dass weit und breit kein einziger Polizist zu sehen war. Der Bahnhof war natürlich von Polizisten gesichert. Von dort aus mussten die angekommenen Teilnehmer der rechtsextremen Kundgebung zu ihrem Auftaktort gelangen – der kürzeste Weg dorthin führt durch die Innenstadt und über den Markt, wo zu dieser Zeit Familienfeste, eine Meile der Demokratie und andere „Bunt statt braun“-Versammlungen stattfanden. Zudem gab es nach Internetmeldungen bereits mehrere Blockaden von Nazigegnern. Ich habe bereits viele Demonstrationen beobachtet, aber noch nie erlebt, dass eine große Gruppe von Rechtsextremen ohne jegliche Polizeibegleitung auf einen solchen Weg gelassen wurde. Bitte schauen Sie sich das kurze Video an. Können Sie sich vorstellen, dass so etwas bspw. in Weimar oder in Erfurt zugelassen wird?

Auf der Saalstraße – keine hundert Meter vor dem ersten Stand der GRÜNEN – stießen die Rechtsextremen auf eine kleine Gruppe von sechs jugendlichen Punkerinnen und Punkern, die meine Warnung vor den Rechtsextremen entweder zu spät oder nicht hörten: Sie liefen ihnen ungeschützt in die Arme. Erst haben einzelne Nazis, dann ein kaum auseinanderzuhaltender Pulk von Nazis auf die Jugendlichen eingeschlagen und eingetreten. Den Beginn der Auseinandersetzung habe ich gefilmt und es ist deutlich zu sehen, dass die Rechtsextremen auf ihre Opfer einschlugen, ohne dass von diesen provokatives Verhalten ausging. Um Hilfe zu holen, bin ich vor den aufrückenden Rechtsextremen auf dem Rad die Saalstraße nach oben gefahren, habe unterwegs nach Hilfe telefoniert und die in der Höhe der Straße „Gerbergasse“ stehenden zwei Streifenpolizisten in Kenntnis gesetzt. An meinem Handgelenk baumelte die Kamera weiter im Aufnahmemodus und dokumentiert den Ton. Obwohl die Polizisten sehen konnten, was sich unten abspielte, haben sie nicht eingegriffen. Über Funk gaben sie weiter, was passierte und kritisierten meine „Unruhe“. Das Video, das ich in vollem Umfang der Opferberatung ezra zur Verfügung gestellt habe, dokumentiert das Nichteingreifen der Beamten. Ich drehte mit meinem Rad wieder um und rollte zum Ort des Geschehens. In dem Moment war ich überzeugt: Die Nazis schlagen die Jugendlichen tot. Um diese war nur ein schwarzer Pulk zu sehen. In dem Moment fuhr endlich ein blauer Kleinbus der Polizei vor. Offenbar durch dessen Anwesenheit entfernte sich die Nazimeute gemächlich in Richtung Puschkinstraße. Der Fahrer des Wagens war jedoch hilflos, wie er mir gegenüber einräumte: „Was soll ich machen, ich bin allein!“ Immerhin genügte offenbar seine bloße Anwesenheit, um (noch) Schlimmeres zu verhindern. Augenscheinlich hatten die Rechtsextremen nur die männlichen Punks attackiert – diese bluteten stark an den Köpfen, bei einem lief Blut aus dem Mund. Sie und ihre Begleiterinnen standen völlig neben sich, waren schockiert und kaum in der Lage zu sprechen. Ein Polizist fragte: „Soll ich einen Krankenwagen rufen oder geht es?“ Ich informierte Anwesende darüber, dass ich Teile des Angriffs gefilmt habe. Ich informierte die Opferberatung ezra, die wenig später vor Ort war, und die Opfer noch am Tatort psychologisch betreuen konnte.

Beamte der BFE Thüringen führten die Nazigruppe schließlich weg- und einen Nebenweg der Saale entlang. Am Ort des Angriffs waren nun auch Bürger anwesend, die sich um die Gewaltopfer kümmerten, darunter Stephanie Erben von den GRÜNEN. Ich begleitete – in sicherer Entfernung – die Tätergruppe der Rechtsextremen, die von der Polizei nun unterhalb des Alten Schlosses gesichert und abgedrängt wurde. Obwohl die Beamten zahlenmäßig weit unterlegen und nicht nur mit den Nazis, sondern auch mit einigen aggressiven Gegendemonstranten fertig werden mussten, haben sie an dieser Stelle – dies war mein Eindruck, auch wenn ich von ihnen geschubst wurde – einen richtig guten Job gemacht und die Lager ohne überzogenen Gewalteinsatz deeskalierend getrennt. Vereinzelt flogen Steine aus beiden Richtungen, Nazis und Gegner provozierten sich gegenseitig, bei den Nazis vermummten sich einige. Die bunten Mützen waren verschwunden und gegen Kapuzen getauscht. Einige wechselten die Kleidung, offenbar um nicht erkannt werden zu können. Es kamen weitere Gegendemonstranten, Polizeieinheiten, Parlamentarier und Pressevertreter dazu, und die Lage beruhigte sich.

Die wackligen Aufnahmen meiner Kamera belegen, dass die Polizei die rechtsextreme Tätergruppe isoliert hatte. Ich hatte in Erinnerung, dass in Frankfurt vor einiger Zeit hunderte linke Demonstranten stundenlang in einem „Kessel“ der Polizei festgehalten und kontrolliert wurden, weil sich einige davon vermummt hatten. Die Polizei führte die Nazigruppe aus dem Sichtfeld der Gegendemonstranten. Ich ging fest davon aus, dass dies geschah, um die Situation zu beruhigen und die Gewalttäter zu identifizieren. Doch nach meinem Kenntnisstand wurden keine Personalien oder ähnliches festgestellt. Nicht vorstellbar ist für mich, dass die Thüringer Polizei im Bundesland des NSU eine straffällig gewordene Nazigruppe ohne jede Konsequenzen zu deren Kundgebungsplatz eskortiert. Ich kann nicht einschätzen, ob das Strafvereitelung im Amt ist. Ganz sicher aber ist es ein Schlag ins Gesicht der Gewaltopfer.

In der Presse und öffentlichen Skandalisierung wird zu Recht der Angriff in Weimar thematisiert. Außer in der Wiedergabe von ezra-Berichten findet sich allerdings nichts zu dem schlimmen Angriff von Saalfeld. Mich empört die Ungleichbehandlung von Opfern rechter Gewalt. Ich gehe nicht davon aus, dass die Gewaltopfer von Weimar dafür etwas können, aber ich vermute, dass offenbar die Saalfelder Polizeiführung versucht, ihr Versagen zu verschleiern. Der brutale Überfall hätte verhindert werden können. In den Meldungen der Polizei tauchen die Schwerverletzten bisher nicht auf. Anders als in Weimar wären die schweren Verletzungen in Saalfeld zu verhindern gewesen, wenn die Nazigruppe, deren Anwesenheit bekannt war, von der Polizei ab dem Saalfelder Bahnhof zum Kundgebungsort begleitet worden wäre. In Weimar, wo die Polizei NICHT auf den Angriff vorbereitet sein konnte, wurden die Täter festgenommen. In Saalfeld, wo Polizei aus mehreren Bundesländern sogar mit Wasserwerfern anwesend war und die Gewalttäter auch zunächst festgesetzt wurden, wurden diese wieder gehen gelassen. Zynisch ist, dass der Saalfelder Polizeichef Dirk Löther-Straße in der OTZ behauptet, „die Polizei [habe] unter dem Strich auf dem Markt ein friedliches Fest gewährleisten und überwiegend das Versammlungsrecht der Demonstranten durchsetzen“1 können. Es ist lediglich Zufall und Glück, dass das Video den brutalen Angriff dokumentieren und belegen kann. Ich hoffe, die Landesregierung wird den Sachverhalt prüfen und Konsequenzen folgen lassen. Das Mindeste, finde ich, wäre eine öffentliche Richtigstellung und Entschuldigung des oder der Zuständigen in Saalfeld, die am 1. Mai zwischen 12:30 Uhr und 14:00 Uhr mindestens zweimal eklatant versagt haben.

Sehr geehrte Damen und Herren, ich appelliere an Sie, weil Sie als Politiker, Medienvertreter, Engagierte etwas tun können. Ich appelliere an die, die Sie als Betroffene von rechter Gewalt am 1. Mai in Thüringen mit den Betroffenen in Saalfeld verbunden sind – egal ob als Punks, Bürgermeister und Bundestagsabgeordnete: Sie wurden in Thüringen unschuldig zum Opfer rechter Gewalt. Bitte solidarisieren Sie sich mit den Opfern der rechten Gewalt in Saalfeld und setzen Sie sich öffentlich dafür ein, dass die Täter und Verantwortlichen ermittelt werden und dieses Behördenversagen im Kleinen im Land des großen Behördenversagens im NSU-Komplex nicht in der Versenkung verschwindet. Die Betroffenen rechter Gewalt aus Saalefeld sollten ebenso wie die Betroffenen aus Weimar öffentlich wahrgenommen werden. Werden sie vergessen, würde das für sie eine erneute Schädigung bedeuten und das Vertrauen in den demokratischen Alltagsvollzug und die Polizei zerstören, welches der Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss und die vielen Engagierten in Thüringen in den vergangenen drei Jahren wieder langsam versuchen aufzubauen.

Matthias Quent

Betroffene und Zeugen der Übergriffe am 1. Mai in Saalfeld werden gebeten, sich bei der Opferberatung ezra (www.ezra.de), beim Haskala (www.haskala.de) oder beim lokalen Bündnis “Zivilcourage und Menschenrechte” im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt (www.zumsaru.de) zu melden.

 

Buchempfehlung: Nikolaus Huhn: „Thüringen in kleinen Schritten“

Notizen vom Hörenden Fußmarsch

Nikolaus Huhn im Landkreis Sonneberg

Nikolaus Huhn ist im Frühjahr 2013 zwei Monate durch Thüringen gelaufen, immer mit seinem Wagen mit den zwei übergroßen Ohren, und hat die Frage gestellt, ob wir im Falle des Falles uns noch selbst versorgen können. Dabei ist er auf interessante Menschen gestoßen, hat interessante Antworten bekommen, und ein „fast“ ideologiefreies Buch über die Möglichkeiten der Selbstversorgung im 21. Jahrhundert in Thüringen geschrieben. Ein durchaus grünes Thema, deshalb will ich hier auch dafür Werbung machen. Lesetermine in diesem Jahr sind:

Weimar – 17. März, 19:30 h, Stadtbibliothek, Steubenstr. 1
Suhl – 18. März, 19:00 h, Kulturbaustelle, Suhl, Friedrich König Str. 35
Hermsdorf – 13. April, 19:00 h, Stadtbibliothek, Am alten Versuchsfeld 1
Jena – 23. April, 20:00 h, Ricarda-Huch-Haus, Löbdergraben 7
Bad Salzungen – 29. September, 14:00 h, Landesgartenschau
 
Das Buch selbst ist erhältlich:
Mitteldeutscher Verlag – ISBN 978-3-95462-407-2
 
Heidi Büttner
(Bild: Heidi Büttner: Nikolaus Huhn im April 2013 im Landkreis Sonneberg)

 

 

Am Freitag, dem 10.04.15 besucht der Thüringer Minister für Justiz und Migration Dieter Lauinger den Landkreis Sonneberg

Wichtigstes Thema: Wie werden Flüchtlinge im Landkreis untergebracht, klappt die Zusammenarbeit zwischen Behörden, Helfern und Landesverwaltung oder muss hier noch nachgesteuert werden. Der Kreisverband der SPD und wir als Bündnis90/Die Grünen haben diesen Besuch vorbereitet und alle Beteiligten, die im Landkreis Sonneberg für eine gute Migration von Flüchtlingen arbeiten, dazu eingeladen. Es wird Gespräche auf Amtsebene geben und auch mit Sozialarbeitern, Betroffenen und Mitbürgern. Bitte entnehmen Sie die Details des Besuches den Veröffentlichungen der Lokalpresse des Landkreises Sonneberg.

Heidi Büttner

04.04.15

Glückwunschkarte für SLF 2015 großAm 20.02.2015 eröffnete der Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt sein Regionalbüro in Saalfeld am Saumarkt 4

Antje Duckwitz schrieb dazu:

War ein wirklich klasse Eröffnungsfest mit vielen, vielen guten Leuten, starker Musik und natürlich lecker Essen und Trinken. Rundum gelungen.
Die Räumlichkeiten bieten viel Raum für Kreativität und für weitere Veranstaltungen!
Die Lage mitten im Stadtzentrum von Saalfeld ist unschlagbar gut!
Wir wünschen den Saalfeldern viel Erfolg in diesen Räumen!

Nun kommt die 380-KV-Leitung durch den Thüringer Wald doch…

Ein kontroverses Thema, das auch in unserem Kreisverband zu heftigen Diskussionen geführt hat. 2015 soll das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld vom Netz gehen (was primär überfällig ist). Die Energiewirtschaft fürchtet Versorgungsengpässe im hochindustrialisierten Bayernland und außerdem kann man ja die Kosten für die Leitung den Stromkunden 1 zu 1 in Rechnung stellen(was die Investoren freut). Durch die Leitung fließt dann Windstrom (was ja primär gut ist) und jede Menge Kohlestrom (was völlig überflüssig ist). Die Orte Schalkau, Theuern und Grümpen sind besonders betroffen, vor allem auch deshalb, weil es nicht bei dieser einen Leitung bleibt. Die Bahn will auch noch eine Bahnstromleitung entlang des ICE bauen, dazu ein Umspannwerk. Dann besteht ja immer noch das Vorhaben, ein Umspannwerk zwischen Schalkau und Grümpen auf die Hochfläche zu bauen. Ein liebliches Tal, das einstmals völlig ruhig da lag, wird in kurzer Zeit von Kabeln ohne Ende durchzogen sein. Kein schöner Anblick.

Heidi Büttner

 

Danke an alle, die auch zur Landtagswahl uns ihr Vertrauen gegeben haben.

Inzwischen hat sich die neue Landesregierung gebildet, Es gibt zum ersten Mal zwei Minister von Bündnis 90/Die Grünen in der Thüringer Landesregierung. Wir erwarten viel von dieser neuen Regierung, aber wir müssen uns auch bewusst sein, dass diese Regierung ein schweres Erbe übernimmt. 16 Milliarden Euro Schulden wurden in den vergangenen 24 Jahren angehäuft. Aber es wird neue Akzente geben und eine neue Form des Umgangs miteinander. Wir sollten keine Vorschusslorbeeren verteilen, aber auch keine Wunder erwarten.

 

Danke an alle. die uns gewählt haben

 

Hier die Ergebnisse für die Wahlen, bei denen wir angetreten sind: Kreistag 2,9% (+0,5%), Stadtrat Sonneberg 3,4% (+3,4%), Stadtrat Neuhhaus am Rennweg 2,5% (+2,5%). Sowohl im Kreistag, als auch im Stadtrat Sonneberg konnten wir 1 Mandat holen, welches beide Male von Filip Heinlein aus Sonneberg besetzt wird. Im Stadtrat von Nehhaus am Rennweg hat es leider nicht ganz gereicht (uns fehlten ca. 30 Stimmen für einen Sitz). Für den Ortsteilrat Scheibe-Alsbach haben wir noch keine Zahlen vorliegen. Danke an alle, die uns gewählt haben!

 

Iron Curtain Trail – Entwicklung und Ausblick

 

Als Mitglied des europäischen Parlaments hat sich Michael Cramer in den letzten Jahren dafür eingesetzt, dass der 160 km lange „Berliner Mauer Radweg“ auf Europa übertragen wurde. Der über 9.000 km lange „Europa-Radweg Eiserner Vorhang“ (Iron Curtain Trail) führt durch 20 Länder, von denen 14 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sind Er wurde vom europäischen Parlament 2005 mit großer Mehrheit beschlossen.
Weiterhin geht es um die Radfahrregion Südthüringen und Oberfranken als auch um die ICE-ANbindung der Region Sonneberg.

Unser Gast wird Michael Cramer sein. Er ist seit 2004 für Bündnis 90/Die GRÜNEN Mitglied des Europaparlaments und dort Sprecher der GRÜNEN im Ausschuss für Verkehr und Fremdenverkehr (TRAN).

 

Unsere Jugend engagiert sich für eine gute Jugendpolitik im Landkreis

 

IMGA0044IMGA0069IMGA0062IMGA0064IMGA0061IMGA0063

 

 

Filmempfehlung: Margarete von Trotta: „Hannah Arendt“

Die Deutsch-Jüdische Philosophin Hannah Arendt übernimmt für den „The New Yorker“ die Berichterstattung über den Adolf-Eichmann-Prozess in Jerusalem. Adolf Eichmann war verantwortlich für die Deportation und Ermordung von Millionen Menschen jüdischer Herkunft in Deutschland und Europa während der Zeit der Nazi-Diktatur. Aber Hannah Arendt muss während dieses Prozesses erkennen, dass dieser Adolf Eichmann kein Monster ist, sondern ein banaler Mensch, einer, der sich das Denken abgewöhnt hat und Aufträge ausführt. Ein Mensch, der eine unbarmherzige Maschinerie vorantreibt und alle Verantwortung an die Maschinerie abgibt. Die beginnt bei den jüdischen Räten und endet in den Öfen von Auschwitz. Kaum einer wagt auszubrechen. Dieses „Sich Beugen vor dem Stärkeren, dem, der das Recht hat“ von vielen tausend Verantwortlichen innerhalb eines Systems hat Hannah Arendt so erschreckt, dass sie es publik macht. Aus ihrer Reportage entsteht das Buch: „Die Banalität des Bösen“. Hannah Arendt löst damit eine handfeste Kontroverse aus, wird mit Schmähbriefen überhäuft und mit Rausschmiss von der Uni bedroht. Beeindruckender Film von 2012 mit Barbara Sukowa in der Hauptrolle, dazu Axel Milberg, Ulrich Noethen und andere.

(Ich danke Astrid Rühle v. Lilienstern und Olga v. Lilienfeld für die Einladung zu diesem sehr informativen Filmabend im Schloss Bedheim und der anschließenden Diskussion)

Heidi Büttner

NIGSDHA heißt: Nachbarschaftliche Interkulturalität gegen die

Standardisierung des Heiligen Abendlandes

Das stand auf einem dieser vielen kleinen Plakate, die am Abend des  12.01.15 in Suhl zu sehen waren. Etwa 2500 Menschen setzten damit einen Gegenpunkt gegen die SÜGIDA-Demo in der roten Stadt südlich des Rennsteiges. Ein paar Hundert sollen es gewesen sein, die da für SÜGIDA demonstrierten, so genau war das für die Gegendemonstranten nicht zu sehen, eine Mauer von Polizei stand dazwischen. Auf einem dieser handgemalten Plakate stand „Solidarität für PEGIDA, spendet Bücher, CD’s und Benjamin-Blümchen-Kassetten!“ Es war der doch ernst gemeinte Aufruf, dass man mit diesen Leute reden muss, dass man die Mauer in ihren Köpfen bekämpfen muss, nicht die Demonstranten selbst.  Unter den RednerInnen war auch die neue Bildungsministerin. Sie hat Bertold Brecht zitiert. Gute Worte. Aber sie wird viel Geld in gute Bildung investieren müssen, um diese PEGIDA-SÜGIDA-Mauer in den Köpfen abbauen zu können.

Heidi Büttner

2014 war das wärmste Jahr seit Beginn der regelmäßigen

Wetteraufzeichnungen.

Das schrieb der Deutsche Wetterdienst in seinen Themen des Tages am 29.12.2014 „Wetterextreme 2014“

Lediglich Juli und August waren etwas zu kühl und nass. Sonst überwogen Wetterlagen mit Südwestströmung und länger andauernde Hochdruckwetterlagen, besonders im Frühling. Im Gegensatz zum viel zu warmen Wetter in Mitteleuropa im Winter 2013/2014 verursachte eine lang andauernde Nordströmung über dem Osten der USA Schneechaos und extrem tiefe Temperaturen. Mehr dazu unter www.dwd.de, Themen des Tages  (Link verfällt am 27.01.15)

Heidi Büttner

 

Mitschrift von der Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis90/Die Grünen

vom 21. bis 23.11.2014 Hamburg Sporthalle

von Heidi Büttner

 Dieser Text enthält meine persönliche Mitschrift zu den wichtigsten Themen dieser BDK. Er ist keinesfalls als die Meinung der Bundespartei zu betrachten, zu vielfältig sind die einzelnen Stellungnahmen. Es wurden auch nicht alle Themen erfasst.

Wichtig für uns in Thüringen: Auch wenn die mögliche Rot-Rot-Grüne Koalition vor allen von Bürgerrechtsbewegten kritisch diskutiert wurde, steht die Bundespartei hinter dem Landesverband und gratuliert allen, die an der Ausarbeitung dieses Vertrages mitgearbeitet haben, zu ihrem Erfolg.

Wer sich umfassender informieren will, dem empfehle ich die Internet-Seite der Bundespartei www.gruene.de .

Dieser Text besteht aus fünf Teilen

  1. Der Freiheitsbegriff bei Bündnis 90/Die Grünen
  2. TTIP und andere verschiedene Themen
  3. Hilfe am Lebensende – ohne Kriminalisierung !
  4. Gutes Essen und Gutes Leben
  5. Humanitäre Flüchtlingspolitik
  6. Europäische Friedensordnung

 

Der Freiheitsbegriff bei Bündnis 90/Die Grünen

(Ausgelöst von einer Pressekampagne: „Die Grünen sind eine Verbotspartei!“)

Wie definiert Bündnis90/Die Grünen den Begriff „Freiheit“?

Freiheit im Sinne der FDP? Freiheit für die Wirtschaft, gläserner Bürger?

Der vorliegende Antrag stellt Gegenpositionen auf: Durchsichtigkeit von Verwaltungsentscheidungen, Rahmenbedingungen für die Wirtschaft, die auf Nachhaltigkeit bestehen, Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch.

Gegenrede: Das ist ein wenig naiv gesehen, noch ist weder EON, noch RWE oder Wiesenhof ein ökologisch denkendes Unternehmen, nein, sie haben sich die Freiheit genommen, auf Kosten der Umwelt Profite zu erwirtschaften.

Zitat: Wir haben als Partei einen Hang zur ökologischen Vorwurfsmentalität. Diese Debatte werden wir nie loswerden, aber wir müssen mit unseren Argumenten um Mehrheiten kämpfen. Nicht mit Vorwürfen, mit guten Argumenten. Können wir uns die Freiheit nehmen, in der Mitte der Gesellschaft zu stehen?

Zwischendurch Astrid Rothe-Beinlich: Wir sind 1989 nicht auf die Straße gegangen, und haben um Freiheit gekämpft, um uns anschließend 25 oder 30 Jahre lang von der CDU regieren zu lassen.

Kathrin Göring-Eckardt: Unsere Sicherheitsbehörden befinden sich in einem katastrophalen Zustand. Heute müssen wir die Freiheit neu erkämpfen, gegen AFD und NSU und versteckter und offener Rechtsradikalität.

Es wird keine Tendenz hin zu den Prinzipien der FDP geben, denn Freiheit wird von Bündnis 90/Die Grünen als die Freiheit des Menschen definiert, nicht als die Freiheit des Kapitals.

 

TTIP und andere verschiedene Themen

Katharina Dröge, KV Köln: TTIP: Warum wird dieses Abkommen im Stillen verhandelt? Warum wird der Umweltschutz, die Verbraucherrechte und der Tierschutz in diesem Abkommen als Investitionshindernis behandelt? Warum werden die gewählten Abgeordneten von der Entscheidung über dieses Abkommen ausgeschlossen?

Anna Cavazzini, KV Berlin kreisfrei: 3 Mio Unterschriften gegen TTIP wurden gesammelt, von CETA liegt ein Text vor, CETA macht unter anderem Klagen gegen finanzielle Entscheidungen der Regierungen möglich. Der Rückkauf von Energienetzen wird unmöglich. Das Eigentumsrecht an Informationen wird zementiert.

Bärbel Höhn KV Oberhausen: Das dritte der Handelsabkommen, das derzeit verhandelt wird, Tisa ist unter anderen ein Anschlag gegen die Selbstversorgung der Kommunen. Großunternehmen versuchen durch die großflächige Privatisierung von kommunalen Aufgaben sich einen Teil der Welt zu unterwerfen. Es geht um die Gefährdung des Vorsorgeprinzipes, das wir in Europa pflegen. Gerichte, speziell nur für Wirtschaftsunternehmen können Rechtsnormen, die in Europa gelten, aushebeln, Gerichtsurteile aus dem Zivilrecht ungültig machen.

Antrag zur vehementen Ablehnung von TTIP, CETA und Tisa einstimmig angenommen

Nächster Antrag:

Fabian Czerwinski: KV Vorpommern-Rügen: Stoppt Fracking: Einstimmig angenommen.

Nächster Antrag

Jan Phillipp Albrecht, KV Wolfenbüttel: Stoppt die AFD! Klärt auf über die reaktionäre Politik der AFD, ihre Fremdenfeindlichkeit, Antifeminismus und undemokratische Zukunftsvision.

 

Hilfe am Lebensende – ohne Kriminalisierung !

Renate Künast, KV Berlin-Tempelhof-Schöneberg:

800 000 Menschen brauchen in Deutschland eine Palliativ- bzw. Hospizversorgung. Für 35 000 besteht sie zurzeit wirklich. Wir brauchen nicht mehr Strafrecht, sondern mehr Fürsorge. Die jetzt bestehenden Gesetze sind vollkommen ausreichend. Vereine, Ärzte, Privatpersonen können straffrei dem Sterbenden helfen. Das gilt nicht, wenn der Todeswillige minderjährig ist oder psychisch krank. Was Menschen an ihrem Lebensende brauchen, ist Hilfe, nicht Regulation.

Volker Beck, KV Köln:

Das derzeit bestehende Recht muss angewendet werden. Die aktive und passive Sterbehilfe ist rechtens. Der Patient kann lebensverlängernde Maßnahmen ablehnen. Jede medizinische Behandlung eines Patienten ist ohne dessen Einwilligung Körperverletzung. Aber es darf keine Giftspritze auf Verlangen geben.

Der Bundesvorstand wird im neuen Jahr ein Verfahren zur ausführlichen Debatte dieses sensiblen und hochwichtigen Themas einleiten. Ein selbstbestimmtes Leben führen, heißt auch, über den Tod selbst bestimmen zu können.

Gutes Essen und Gutes Leben

Toni Hofreiter, KV München:

Wir wollen unser Essen genießen, ohne ständig daran denken zu müssen, dass das Essen mit Antibiotika, Gensoja und Dünger verseucht ist. Dass wir ständig darüber nachdenken müssen, dass die Tiere, die wir essen, in KZ-ähnlichen Zuständen aufwachsen, dass für unser Essen Regenwälder abgeholzt werden und Menschen mit Todesschwadronen aus ihren Dörfern vertrieben werden. Dass ganze Landschaften in Südamerika totgespritzt werden, mit Bulldozern eingeebnet und anschließend von Horizont zu Horizont mit Gensoja bepflanzt werden.

Die Agrarwende ist vergleichbar mit der Energiewende! Wir müssen es verbieten, dass in Deutschland Futter eingeführt wird, das mit Mord, Vertreibung und Naturzerstörung hergestellt wurde.

Industrielle Landwirtschaft ist nur möglich mithilfe des massiven Einsatzes von Antibiotika. Inzwischen wird in der Mast bereits Antibiotika verwendet, das in der Medizin als Ersatzantibiotika zurückgehalten wird. Und zwar tonnenweise. Diese Stall-Mast-Betreiber setzen das Leben der Menschen, die Fleisch essen, aufs Spiel!

Auch konventionelle Landwirtschaft muss Rücksicht auf unsere Lebensgrundlagen nehmen, wir verlieren in dieser Welt jedes Jahr das Vielfache an Arten, mehr Naturvielfalt, als sich neu bildet. Dessen müssen wir uns bewusst sein. Irgendwann wird es unsere Artenvielfalt, unsere Lebensgrundlage, nicht mehr geben. Aber wir legen uns hier mit einem Gegner an, der viel Macht und Geld hat, und der nicht gewillt ist, diese Macht abzugeben.

Bärbel Höhn, KV Oberhausen:

Gensoja, das nach Deutschland exportiert wird, wird in Argentinien massiv mit Glyphosat besprüht, das bei der einheimischen Bevölkerung große Gesundheitsschäden verursacht. 30000 bis 40000 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr an multiresistenten Keimen, weil es keine verfügbaren Antibiotika mehr gibt. Unser Grundwasser ist mit Nitrat verseucht, die EU hat deshalb ein Verfahren gegen die Bundesrepublik eingeleitet. Wir dürfen so nicht weiter machen! Die Bundeslandwirtschaftsminister von CDU und CSU treiben die Industrialisierung der Landwirtschaft voran, ohne Rücksicht auf Mensch und Natur. TTIP und CETA ist das Einfallstor für Genmais, für die Zerstörung von bäuerlicher Landwirtschaft und dörflicher Kultur, nicht nur in Deutschland, sondern auch in Kanada.

Christian Meyer, Niedersächsischer Landwirtschaftsminister:

Gute Ernährung ist eine Frage der Haltung! Tausende Menschen aus Rumänien und Bulgarien arbeiten zu Hungerlöhnen in niedersächsischen Schlachthöfen, die Agrarindustrie ist die zweitstärkste Industrie in Niedersachsen. Wenn TTIP kommt, dann kann es passieren, dass ein grüner Agrarminister von einem Agrarkonzern als Betriebshindernis definiert wird, und der Grund einer Klage des Konzerns gegen die gewählte Regierung sein kann. Wir müssen das verhindern!

Humanitäre Flüchtlingspolitik

Winfried Kretschmann und andere aus Ba-Wü.:

Ich habe dem Asylkompromiss im Bundesrat nicht leichten Herzens zugestimmt. Aber wir haben hier viel für die Flüchtlinge erreicht. Wir haben die Drohkulisse des Arbeitsverbotes durchbrochen. Wir haben die Residenzpflicht abschaffen können. Flüchtlinge bekommen ihre Unterstützung jetzt als Geldleistung. Ich weiß auch, dass das Prinzip der sicheren Herkunftsländer sehr schwierig ist. Keiner von uns sagt, dass diese Definition gut ist. Wir können auch die Situation der Sinti und Roma nicht über das Asylrecht regeln, wenn die EU die Menschenrechte in den Herkunftsländern der Sinti und Roma so vehement einfordern würde, wie sie das mit der Freizügigkeit des Handels gemacht hat, dann wäre die Situation dieser Menschen heute auch besser. Aber ich bin von 75 Prozent der Baden-Württemberger nicht gewählt worden, ich muss auch Kompromisse machen, wenn ich will, dass die Anderen Kompromisse machen. Die Aufnahmequote von Menschen, die aus sicheren Herkunftsländern kommen, beträgt in Deutschland weniger als ein halbes Prozent. Wir dulden Menschen aus humanitären Gründen, weil sie auch Menschen sind und überleben müssen. Baden Württemberg ist ein reiches Land, wir exportieren unsere Güter in die ganze Welt, wir sollten auch die Menschen, die in ihren Herkunftsländern von Diskriminierung und Hunger bedroht sind, hier aufnehmen.

Gegenposition Theresa Kalmer, Sprecherin der Grünen Jugend und andere:

Mit der Akzeptanz der „Sicheren Herkunftsländer“ im Asylrecht hat Wilfried Kretschmann einen grünen Grundsatz aufgegeben. Und das für einen Appel und ein Ei. Damit wurde eine rote Linie überschritten. Wir hätten mit unserer erkämpften Macht im Bundesrat die Chance gehabt, den Asylkompromiss zu verhindern.

Antje Möller, KV Hamburg-Eimsbüttel und andere

Es reicht nicht, sich auf den einmal abgeschlossenen Asylkompromiss auszuruhen. Denn wenn man die Nachfolgemaßnahmen nicht regelt und umsetzt, dann sind die Flüchtlinge in einer schlechteren Situation als vorher, das betrifft vor allem Unterkunft und das Arbeitsverbot. Das erfordert viel Arbeit in den Gremien und mit den Flüchtlingen. Es kann nicht sein, dass Flüchtlinge in Turnhallen und Containern untergebracht werden und dort dauerhaft wohnen sollen. Flüchtlinge brauchen Wohnungen.

Robin Luge, KV Weimar-Land: Wir müssen auch die Menschen in Deutschland dafür sensibilisieren, dass wir mehr Flüchtlinge aufnehmen müssen. Das ist die schwierigere Aufgabe, vor der wir stehen. Wir können keine Flüchtlingsheime an den Rändern von kleinen Kommunen errichten, ohne die entsprechende Infrastruktur und die Bereitschaft der aufnehmenden Kommune vorher zu erwirken.

Astrid Rothe-Beinlich, KV Weimar: Wir müssen auch die Behörden dafür sensibilisieren, dass hier Flüchtlinge kommen, die traumatisiert sind und Hilfe brauchen. Es kann nicht sein, dass eine Behörde Flüchtlinge als Bittsteller behandelt und wieder retraumatisiert durch Verachtung und willkürliche Zuteilung der gesetzlich zustehenden Mittel zum Überleben.

Klimapolitik: Auf dem Weg nach Paris

Oliver Krischer, KV Düren:

Wir werden die Klimaschutzziele 2020 nicht erreichen, wenn wir nicht an die Kohlekraftwerke ran gehen. Uralt-Anlagen aus den 60iger Jahren müssen vom Netz genommen werden, damit moderne Gas-Kraftwerke und Kraft-Wärme-Kopplung zum Zuge kommen. Wir werden in der Welt nicht mehr ernst genommen, wenn wir unsere eigenen Klimaschutzziele verfehlen.

Jutta Paulus, KV Neustadt-Weinstraße :

Wissenschaftler sagen, dass wir in den nächsten fünf Jahren radikal die Klimaverschmutzer angreifen müssen, sonst überschreiten wir die 2-K-Grenze. Das heißt, bis dahin ist die Klimawende noch händelbar, darüber nicht mehr. Selbst der US-Senat hat gemerkt, dass die jetzige Politik nicht so weiter gehen kann, und hat in dieser Woche den Bau der Pipelines für die Fracking-Gasförderung gestoppt.

Annalena Baerbock, KV Potsdam:

Es sickern Papiere aus dem Wirtschaftsministerium, die Obergrenzen für die Kohlekraftwerke festlegen. Vattenfall zieht sich aus der Kohleförderung zurück. Deutschland fördert weiter über KFW Kohlekraftwerke in der Industrie der Welt. Selbst die Weltbank zieht sich aus dieser Förderung zurück. Nur der deutsche Wirtschaftsminister hält immer noch vehement an der Kohle fest.

Georg Kössler, KV Berlin-Neukölln:

Keine Kohle für die Kohle, raus aus den Investments für Kohle und Gas. Kommunen in NRW haben massiv Geld verloren mit ihre RWE-Aktien, verkaufen Sie trotzdem nicht. Amerikanische Pensionsfonds haben eine Billion Dollar in klimaschädigende Industrie investiert. Damit wird die Carbon Bubble finanziert. Wenn die Staaten der Welt das Klimaschutzziel ernst nehmen, dann müssen sie die weitere Verbrennung von Kohle und Gas stoppen. Die Kurse der Energieunternehmen, die auf fossile Energieträger setzen, werden einbrechen. Der Zusammenbruch dieser Carbon-Bubble wird ähnliche Folgen nach sich ziehen wie der Zusammenbruch der Immobilienblase in den USA.

Miriam Staudte, KV Lüneburg:

Kein Atommüllexport in die USA! Es besteht die Gefahr, dass dieser Atommüll zum Bau neuer Atomwaffen missbraucht wird. Gegenrede: Es gibt alte, noch gültige Vereinbarungen mit den USA, die den Reaktor Jülich betreffen, die eine Rückführung in die USA fordern. Dem folgt die Partei nicht. Kein Atommüll-Export in die USA!

Europäische Friedensordnung

Cem Özdemir, KV Stuttgart:

Wenn wir mit unseren subventionierten Lebensmittelexporten die Märkte in der dritten Welt kaputt machen, dann müssen wir uns nicht wundern, dass die Menschen ihre Hoffnung verlieren und sich auf den Weg zu uns machen. Klimaveränderung, die durch unsere Lebensweise verursacht wird, bringt Dürre und Wetterkapriolen in der dritten Welt, die diese weiter destabilisiert und Platz für Krieg und Terror frei wird.

Der arabische Frühling lebt noch. In Tunesien, in Teilen des Irak etablieren sich säkular orientierte Regierungen, die die Gleichberechtigung von Frauen und Männern akzeptieren und Fremde in ihren Ländern akzeptieren. Diese Menschen brauchen viel Mut und Durchhaltekraft.

ISIS muss man auf drei Wegen bekämpfen: 1. Irak braucht eine starke Regierung, die alle einbindet und mitnimmt, damit die Sunniten nicht zur ISIS abwandern. 2. Wir erwarten vom NATO-Partner Türkei, dass er aufhört, die ISIS zu unterstützen. Die Kurden brauchen Bewegungsfreiheit in der Türkei, damit sie sich gegen ISIS wehren können. 3. Man muss auch die Geldquellen austrocknen. Die Golfstaaten unterstützen zwar auch den Betrieb von Flüchtlingslagern, haben aber auch viel Geld darin investiert, dass diese Menschen erst flüchten mussten. Da muss Angela Merkel auch deutlich mit den Golfstaaten reden. Man muss den Moslems dieser Welt sagen, dass sie der ISIS nicht die Deutungshoheit über den Islam überlassen sollen, nicht ISIS ist der Islam, ISIS ist der Feind des Islam.

Diskussion: (BAG Nord-Süd)

Wir dürfen keine Waffen in Regionen liefern, die sowieso schon von Waffen starren. Waffen, die von der Bundeswehr geliefert wurden, tauchten Wochen später bei ISIS auf. Der Waffenexport in diese Länder ist Grundursache für das Weiterbrennen dieses Konfliktes.

Grüne Jugend: Wir brauchen ein UN-Mandat, um militärische Hilfe einzusetzen, um die ISIS zurück zu drängen. Waffenlieferungen allein sind keine Lösung, sie lassen eine Gesamtstrategie vermissen und das gelieferte Material verschwindet in dunklen Kanälen.

Sahab Dag, Zentralrat der Jesiden, hält eine flammende Gastrede, beschreibt mit erschreckenden Bildern die Mordzüge des ISIS und die Situation der Flüchtlinge im Irak und in Syrien. Er fordert Waffen für die Kurden zum Schutz der Zivilbevölkerung. Oder den Einsatz von internationalen Hilfstruppen zum Schutz von ISIS.

Claudia Roth, KV Augsburg

50 Prozent aller Syrer sind auf der Flucht. Aber wenn man Waffen an die Kurden liefert, an wen will man denn Waffen liefern, an die PKK, die Peschmerga oder an eine der anderen kurdischen Organisationen die hier aktiv sind. Es ist unsauber, zu behaupten, dass die Peschmerga keine Waffen hat. Dringend ist die politische Stabilisierung der Länder im Umkreis dieses Konfliktes, die unter der Flüchtlingswelle zu ersticken drohen. Man muss die Akteure nennen, die diesen Konflikt aufgezogen haben, einerseits die Türkei und die Golfstaaten, die die ISIS finanzieren und andererseits Russland und der Iran, die Assad stützen. Alle verwenden Waffen, die auch in Deutschland hergestellt wurden.

(Die DiskussionsrednerInnen haben den Konflikt im Irak/Syrien und in der Ukraine immer im Zusammenhang betrachtet. Hier die Beiträge, die sich mehr mit dem Konflikt in der Ukraine befassen)

Wir müssen die Situation in Kiew auch kritisch betrachten. Aber erst kürzlich ist ein Rechtsradikaler zum Polizeichef von Kiew ernannt worden. Das schürt Ängste unter der russischen Bevölkerung und wird von der russischen Presse gegen die Kiewer Regierung ins Feld geführt. Russische Nationalisten in Donezk nutzen diese Tatsache dafür, sich Rückenhalt in der Bevölkerung zu holen und zu halten. Ohne diesen Rückenhalt könnten sich die Separatisten (Söldner?) nicht mehr halten. Wir fordern die Entfernung von rechtsradikalen Ministern aus der Regierung in Kiew und ein Umlenken der Kiewer Regierung weg von diesen rechtsradikalen und nationalistischen Tendenzen.

Die Spaltung des UN-Sicherheitsrates durch den europäisch-russischen Konflikt macht die Welt handlungsunfähig gegenüber den Konflikten im Irak und an anderen Teilen der Welt.

Rebecca Harms KV Lüchow-Dannenberg

Wir gehen in schwierige Zeiten. Dieser Konflikt in der Ukraine wird nicht so schnell vorbei gehen. Wir müssen auf die Softpower der EU setzen, das ist unsere Wirtschaftskraft, nicht unsere Militärstrategie. Militärstrategie kann keine Konflikte in der Welt lösen.

Die Abstimmung über den Einsatz von militärischen Mitteln in den Krisengebieten unter UN-Mandat ging unentschieden aus.

 

Gedanken zum Jahrestag 25 Jahre Mauerfall

Ein Stummer Zeitzeuge aus der Herbstzeit 89 ist heute noch mit großem Buchstaben auf einer Mauer hier in Sonneberg zu lesen. „Stasi und SED Spitzel raus oder hängen“

Diese Worte können jeden Tag Grundschüler, Eltern und Lehrer lesen.

Wenn dann die Kinder fragen, warum steht so etwas da?

Was sagen wir dann und vor allem wie?

Die DDR ein Unrechtsstaat, alle Spitzel hängen oder raus? So einfach ist das nicht.

Es ist viel Unrecht in dieser Zeit geschehen.  Biographien von Menschen die unter diesem System zu leiden hatten gab es viele, gerade hier in Sonneberg mit seiner Grenznähe.

Was es für Schicksale es waren, man kann dies zurzeit in den Medien verfolgen.

Aber was sagen wir den Kindern?

Die Wahrheit, die DDR war ein Unrechtsstaat der seine Bürger bespitzelt und überwacht hatte. Das es Menschen gab die unter Lebensgefahr dieses Land verlassen wollten. Es gab keine Meinungsfreiheit. Spitzel und Genossen haben dafür gesorgt haben, dass Familien auseinander gerissen wurden, dass es Berufs- und Studiumsverbote gab und das Menschen eingeschüchtert worden sind.

Die Bürger konnten nicht reisen wo sie hinwollte und so könnte man noch viele Punkte nennen.

All das sollten wir unsern Kindern sagen. Aber nicht „hängen“.

Aber am wichtigsten ist, die gewonnene Freiheit mit all seinen Grundrechten  zu schützen,  dass sollten wir unseren Kindern mit auf den Weg geben.

Thomas Heinlein

 

„Hauptsache Fleisch“ – Daten und Fakten zum Fleischkonsum

 

Veranstaltung: Hauptsache Fleisch – Daten und Fakten zum Fleischkonsum

Veranstalter: Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen e.V.

Datum: Mittwoch, 3. 4. 2014, 19:00

Ort: Villa Amalie Kinderakademie, Kirchstraße 32, 96515 Sonneberg

Die Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen lädt herzlich ein zur Veranstaltung „Hauptsache Fleisch – Daten und Fakten zum Fleischkonsum“ am  03. April 2014 um 19:00 Uhr.

Der weltweite Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei etwa 40 Kilogramm Fleisch im Jahr – bei den Spitzenreitern USA, Argentinien oder Australien landen auf dem Teller eines jeden Fleischessers jährlich über einhundert Kilogramm. Im Laufe seines Lebens verspeist jeder Deutsche durchschnittlich mehr als eintausend Tiere. Zur Herstellung eines Kilogramms Rindfleisch werden etwa 15.000 Liter Wasser benötigt – über einhundert Badewannen voll… Bei einer solchen Masse an Fleisch stellen sich die Produzenten natürlich stets die Frage nach einer möglichst ökonomischen und lukrativen Haltung der Tiere.

Damit hat unser Essen eine politische und ethische Dimension erreicht und stellt immer wieder aufs neue Fragen an unsere Verantwortung als Konsumentinnen und Konsumenten.

 

Peter Hettlich, Sprecher der LAG Ökologie für Bündnis 90/Die Grünen in Sachsen, wird in seinem Vortrag dem „Wahnsinn mit dem Fleisch“ auf den Grund gehen. Einer seiner zentralen Fragestellungen lautet dabei: Ist eine artgerechte Nutztierhaltung möglich und wie kann diese aussehen?

Der im Dezember 2013 erschienene „Fleischatlas“, herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung mit BUND und Le Monde Diplomatique, verweist darauf, dass jenseits der großindustriellen Produktion von Fleisch Alternativen möglich sind.

Peter Hettlich wird mit seinem Vortrag den Fleischatlas näher vorstellen und im Anschluss mit allen am Thema Interessierten über das „Big Business Fleisch“ diskutieren.

 

Bündnis 90/Die Grünen Sonneberg werben für Engagement zur Kommunalwahl 2014

Sonneberg. Der Bündnisgrüne Kreisverband Sonneberg wählt am kommenden
Donnerstag, dem 13.03.2014, seine Kandidat*innen für die Kommunalwahlen am 25.05.2014. Der Kreisverband wird auf seinen Listen über die grünen Parteimitglieder hinaus freie Listenplätze bereitstellen. Damit öffnen die GRÜNEN ihre Liste für Bürger*innen, die nicht grüne Parteimitglieder sind, aber bereit, sich für die grüne Sache in Landkreis, Stadt Sonneberg und Neuhaus am Rennweg zu engagieren.
Der Klimawandel und der demografische Wandel machen vor dem Landkreis Sonneberg nicht einfach Halt. Kommunalpolitik hat die Aufgabe, sich diesen Veränderungen zu stellen und ihnen entgegen zu wirken. Wir wollen die Menschen, mündige politische Bürger*innen, wieder mehr ermutigen, sich kommunalpolitisch zu engagieren, sich dem Gemeinwohl zuzuwenden und miteinander einzustehen für ein starkes gemeinsames Bündnis gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit“, teilt Antje Duckwitz mit.
„Dazu braucht es starke GRÜNE in der Kommunalpolitik“, wirbt Thomas Heinlein, Sprecher des Kreisverbandes. Interessierte Bürger*innen sind gebeten, sich in den nächsten Tagen beim GRÜNEN Kreisverband persönlich unter Tel.: 036704/873121 oder per Internet zu melden und am Donnerstag, dem 13.03.2014 zur grünen Wahlversammlung in die Gaststätte „Aufbau“, Lutherhausweg 22b, in Sonneberg zu kommen. Weitere Informationen können
auf http://gruene-sonneberg-hildburghausen.de/ nachgelesen werden.
Besonders ans Herz gelegt wird eine Kandidatur den Frauen in Stadt und Landkreis. Filip Heinlein, grünes Mitglied des Kreistages. „Wir GRÜNEN sehen das Engagement von Frauen in der Politik als überaus wichtig an, da Frauen in vielen Belangen eine ganz andere Herangehensweise und andere Lösungsstrategien haben.“

 

Nazis? Nein Danke! Für eine ehrliche Aufarbeitung von rechtsradikal motivierten Straftaten im Landkreis Sonneberg


„FREI SOZIAL NAZIONAL“ steht leserlich in großen Buchstaben seit vergangenen Freitag auf der Mauer am Eichberg. Auch das Freie Wort berichtete im Polizeibericht am Montag über diese „Schmiererei“. Worauf beziehen sich diese Worte? Mit einem Klick im Internet wurde ich sofort fündig. Es ist der Titel eines Liedes, vom Liedermacher Andre Lüders. Dieses Lied ist eine Hymne der rechten Szene und ruft auf zum Straßenkampf. Ich will mich nicht über den Inhalt äußern. Ich möchte nur einen Kommentar zum Lied, welcher inhaltlich stellvertretend ist, für die vielen Kommentare, die auf You Tube zu sehen sind, zitieren: „Kameraden! es wird zeit das die Stiefel den asphalt küssen und wir wieder auf die straße gehn! Kameradschaft bis in den TOT!“
Ich finde es sehr bedauerlich, dass diese Parole nur als Schmiererei angesehen wird und sich kein Verantwortlicher findet, der sich mit dieser Problematik auseinandersetzt und diese Parole schleunigst entfernt. Es ist schon zynisch, dass Schüler der Bürgerschule eine sehr gute und informative Ausstellung im Landratsamt über das Jüdische Leben in Sonneberg gestalten und dann jeden Tag mit dem Schulbus an dieser Parole vorbei fahren müssen. Auch Frau Bürgermeisterin und Frau Landrätin machten in ihren Reden am 27.01.2012, am Tag zum Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus deutlich, dass es in Sonneberg keinen Platz für NAZIS geben darf. Nun sollte auch so gehandelt werden.
Diese Parole ist keine Schmiererei, sondern eine Kampfansage an unsere Demokratie.
Thomas Heinlein – Kreissprecher Bündnis 90/Die GRÜNEN
Dieser Leserbrief wurde im Freien Wort veröffentlicht

GRÜNE Sonneberg ziehen Bilanz 2013 und blicken nach 2014

 

Rauenstein. Der Kreisverband Sonneberg von Bündnis 90/Die GRÜNEN traf sich am vergangenen Donnerstag den 05.12.2013 zur letzten Mitgliederversammlung im Jahr 2013 in der Gaststätte „Urmel“ in Rauenstein.

Hier  war in den neunziger Jahren die Wiege der GRÜNEN Politik im Landkreis Sonneberg.

Auf der Tagesordnung standen neben der Auswertung der Bundestagswahl im Landkreis Sonneberg  auch die geplanten Vorhaben für das nächste Jahr, vor allem aber die anstehenden Wahlen 2014. Hier rücken besonders die Kommunalwahl und die Landtagswahl in den Vordergrund.

„Auch wenn wir uns bei der Bundestagswahl mehr versprochen haben, kann doch festgehalten werden, dass wir als Sonneberger GRÜNE in den absoluten Zahlen ein Ergebnis erreichen konnten, welches deutlich über dem der Kommunalwahl 2009 lag.“ stellt Filip Heinlein, bündnis-grünes Mitglied im Kreistag fest. So gehe man optimistisch und gut vorbereitet in das Wahljahr 2014.

„Wir wollen im nächsten Jahr mehr für direkte Bürgerbeteiligung arbeiten und auch im Kreistag da hin wirken, dass der Kreistag nicht nur der Beschließer der Verwaltungsvorlagen ist.“, so Antje Duckwitz – Sprecherin des Kreisverband Sonneberg. Letztlich gehe es darum, den Menschen auch weiterhin eine Alternative zur angeblich alternativlosen Politik im Landkreis zu bieten.

„Es kann nicht sein, dass der Landkreis Millionen beim Ergänzungsbau des Spielzeugmuseums in den Sand setzt und wegen fehlender Haushaltsmittel nicht fertig bauen kann, und von niemandem wird dafür Rechenschaft gefordert. Egal ob bei den Missständen beim Spielzeugmuseum oder Stadion. Egal ob beim Kampf gegen Rechts oder beim Einsatz für mehr Demokratie und Ökologie. Wir sind hierfür die einzige Alternative in der Politik in unserem Landkreis“ fasst Thomas Heinlein – Sprecher des Kreisverband  – abschließend zusammen.“

Als letzten Punkt entschieden sich die Kreisgrünen, die Liste zu den Kommunalwahlen im nächsten Jahr auch für  Bürger zu öffnen, die nicht Mitglied bei Bündnis90/Die Grünen sind, sich aber in ihrer politischen Arbeit mit grün-bürgerbewegten Zielen und Inhalten identifizieren.

 

Veranstaltungshinweis „80ster Jahrestag der Bücherverbrennung“ 

Erinnerung an den 80sten Jahrestag der Bücherverbrennung in Deutschland. (10.Mai 1933) Dieser Akt von Vandalismus an der Literatur hat viele kreative und außergewöhnliche Autoren aus ihrer Heimat vertrieben, den Lesern wichtige Texte aus Wissenschaft und Kunst entzogen und dem Kulturgeschehen in Deutschland einen Schaden zugefügt, der bis heute nachwirkt.
Exemplarisch soll an den Münchner Volksschriftsteller Oskar-Maria Graf erinnern, der 1933 nach dem Reichstagsbrand mit seiner jüdischen Frau über Wien und Brno nach New York emigrierte und lange von der alten Bundesrepublik ignoriert wurde. Graf hat nach 1945 fast alle seine Bücher im Greifenverlag Rudolstadt herausgegeben. Erst nach seinem Tod 1967 wurde Oskar Maria Graf in Westdeutschland wieder aufgelegt.
Graf hat den Leuten aufs Maul geschaut, er hat für die einfachen Leute geschrieben, in der Sprache seiner Heimat, mit dem Humor seiner Landsleute und mit einem tiefen Gefühl für soziale Gerechtigkeit.
Die Veranstaltungen werden gefördert vom Land Thüringen und organisiert vom Thüringer Literaturrat e.V.


am 18.04.13 um 15:00 Uhr in der Wolke 14 in Sonneberg,
am 23.04.13 um 15:00 Uhr im Seniorenclub der Sozialstation der Medinos-Kliniken, Sonneberg, Dammstraße
am 25.04.13 um 19:30 Uhr im Cafe im Schloss Bedheim,
am 07.05.13 um 19:00 Uhr in der Bibliothek Steinach in Zusammenarbeit mit dem Kulturverein Schwarzwurzel e.V.