Gleichberechtigung jeden Tag, statt Blumen an einem.

Am 8. März ist Internationaler Frauentag – auch feministischer Kampftag genannt. Jedes Jahr
wird an diesem Tag die immer noch vorherrschende Diskriminierung gegenüber Frauen
sichtbar gemacht und der Kampf diese abzuschaffen neu beschworen. Seit vielen Jahren
kämpfen wir für die Gleichstellung der Geschlechter jedoch ist ein selbstbestimmtes und
gleichberechtigtes Leben immer noch nicht der Status quo.


Mancherorts ist es Tradition an diesem Tag Blumen an Frauen zu überreichen, um ihnen
Wertschätzung entgegenzubringen. Dabei liegt der Ursprung des Frauentags, der 1911 zum
ersten Mal begangen wurde, in dem Kampf für Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen
sowie der Emanzipation von Arbeiterinnen. Auch über 100 Jahre später ist dieser Kampf
noch nicht zu Ende und die Diskriminierung und Benachteiligung von Frauen noch immer
Alltag.


Beispielsweise gab es im Jahr 2023 deutschlandweit jeden dritten Tag einen Femizid –
davon in Thüringen in Gera, Arnstadt, Kölleda, Gotha, Erfurt und Mühlhausen. Der Gender Pay
Gap (geringere Bezahlung von Frauen), der Gender Health Gap (ungleiche medizinische
Behandlung und Diagnose) und der Gender Care Gap (wesentliche stärkere Übernahme von
unbezahlte Fürsorge-Aufgaben durch Frauen) belegen zudem, dass die Ungleichheit
zwischen Männern und Frauen immer noch allgegenwärtig ist und die Folgen für die
Lebensbedingungen und Gesundheit der Frauen fatale Folgen haben kann.


Auch die politische Repräsentation von Frauen lässt noch zu wünschen übrig – im Thüringer
Landtag liegt der Frauenschnitt bei 31 Prozent, auf der kommunalen Ebene je nach
Landkreis zwischen 17 und 41 Prozent, durchschnittlich aber nur bei 26 Prozent. Gerade im
Wahljahr wollen wir dieses Thema stärker problematisieren. Natürlich sind auch unsere
eigenen Listen nicht überall quotiert, auch wenn wir es versuchen. Daher problematisieren
wir vor allem die unzureichenden Bedingungen in der (Kommunal-)Politik und schlagen
Verbesserungen vor, damit (Kommunal-)Politik auch für Frauen attraktiver wird.


Wir Bündnisgrüne nehmen für uns in Anspruch, die Partei zu sein, die mit dem meisten
Nachdruck und am glaubwürdigsten für die Gleichberechtigung von Frauen einsetzen.

Gleichberechtigung jeden Tag, statt Blumen an einem.

Unsere Überzeugung ist: Politik funktioniert am besten, wenn sie vielfältig ist. Denn verschiedene
Menschen bringen verschiedene Perspektiven, Fähigkeiten und Bedürfnisse ein.
Zur Zeit sind aber im Schnitt nur knapp ein Viertel der Plätze in Kreistagen und Stadträten der kreisfreien Städte in Thüringen mit Frauen besetzt. Migrantische und queere Personen sind auch weiterhin unterrepräsentiert. Echte Gleichstellung und eine
starke, vielfältige Demokratie erreichen wir nur, wenn alle Geschlechter endlich gleichberechtigt
mit am Tisch sitzen und ihre Erfahrungen einbringen können.

Was wir wollen?

  • ein verfassungskonformes Paritätsgesetz, um
    Frauen vermehrt auf Wahllisten aufzustellen
  • Kommunalpolitik familienfreundlicher
    machen, unter anderem durch hybride
    Sitzungen, gesicherte Kinderbetreuung und
    familienfreundliche Sitzungszeiten
  • parteiübergreifende Mentoring-Programme
    und Netzwerktreffen
  • eine Offensive gegen Sexismus, Frauen- und
    Queerfeindlichkeit in der Politik
    Was du tun kannst?
  • Wähl bei der
    Kommunalwahl gezielt
    Frauen.
  • Bring dich politisch ein,
    beispielsweise bei einer
    Partei oder einer
    Bürger*inneninitiative.