Gemeinsam gegen Hetze und Angstmache

Sehr geehrte Vertreter*innen von demokratischen Parteien und Vereinen, sehr geehrte Bürger*innen aus Suhl und anderswo,

am Freitag, den 12.1. zeigte sich nun auch in Suhl in aller Deutlichkeit, dass aktuell bei einigen eine Radikalisierung stattfindet, bei der mit dem Respekt gegenüber Minderheiten jeder Respekt gegenüber politisch Andersdenkenden verloren geht. Denn in der Nacht zu Freitag flogen in Suhl Steine durch die Schaufensterscheiben der Ortsbüros der Linken und der Grünen. Die – größtenteils ehrenamtlich in den Parteien engagierten – Suhler*innen mussten am Morgen große Löcher in ihren Scheiben vorfinden. (Das Freie Wort berichtete.) Das ist kein Kommentar mehr zu irgendeiner Politik in Berlin, das ist politischer Terror gegen aus Überzeugung aktive Mitbürger*innen aus Suhl. Hier soll Stärke demonstriert und politisch Andersdenkende eingeschüchtert werden, sich weiter zu engagieren. Oder es soll das Gefühl von Chaos und Unsicherheit verstärkt werden, bis der Ruf nach einer starken Hand laut wird.

Das geschieht in einem politischen Klima, in dem seit Jahren weltweit im Netz und auf der Straße die Narrative der Neuen Rechten, die selten auf Fakten beruhen, starken Zulauf haben. Und es geschah in der gleichen Woche, in der bekannt wurde, dass sich führende Mitglieder der AfD und der Werteunion zu Plänen bekennen, Menschen aus der Mitte der Gesellschaft einfach zu entfernen und abzuschieben. Menschen, die in dieser völkischen Ideologie minderwertig sind. Das ist widerwärtig und nichts, was wir einfach so hinnehmen dürfen.

Anschläge und Übergriffe aller Art werden zwar oft von Einzeltäter*innen begangen. Diese handeln aber in der Regel in der Überzeugung, dass eine Mehrheit hinter ihnen steht. Zeigen wir ihnen, dass die Mehrheit der Gesellschaft populistische Hetze gegen Minderheiten und politische Gegner ablehnt und für eine offene demokratische Auseinandersetzung eintritt.

Wir rufen daher alle demokratischen Parteien, Vereine und alle anderen Bürger*innen aus Suhl und anderswo auf, unseren Online-Appell zu unterzeichnen.

https://www.change.org/p/gemeinsam-gegen-hetze-und-angstmache-in-suhl-und-anderswo

Gerne können Sie (nach dem Unterzeichnen) Ihre persönlichen Kommentare hinterlassen, um die Solidarität noch sichtbarer zu machen. Und verbreiten Sie den Appell doch bitte weiter. Vielen Dank!

Suhler Bündnis für Demokratie und Toleranz, gegen Rechtsextremismus