Kreistag

In dieser Rubrik wollen wir Ihnen unsere Arbeit im Kreistag Sonneberg näher bringen. Zum einen werden wir hier Reden, Anfragen und Tagesordnungen auflisten. Die Dokumentation beginnt mit der Sitzung des Kreistages vom 16.10.2013. Viel Spaß beim Lesen.

Seit dem 01.01.2016 bin ich als Nachrückerin für Filip Heinlein Mitglied im Kreistag Sonneberg. Die Arbeit ist zäh und erfordert viel Geduld. In den Unterlagen des Kreistages wurde ich erst einmal als Mitglied der Partei „Die Grünen“ geführt, obwohl es „Die Grünen“ seit Mitte der neunziger Jahre nicht mehr gibt. Offensichtlich hat es sich noch nicht bis Sonneberg herumgesprochen, dass es eine Bürgerbewegung gab, und dass diese tief ostdeutsch verortete Bürgerbewegung in einem zähen Ringen um gute Satzungen und gute Programme den Mitgliedern der westdeutschen Grünen aus veralteten Grabenkämpfen heraushalf. Das Ergebnis ist das Erfolgsmodell „Bündnis90/Die Grünen“, mit Regierungsbeteiligung im Bund und in Thüringen und vielen anderen Bundesländern, aktuell jetzt vielleicht auch in Berlin, mit einer erfolgreich durchgefochtenen Energiewende, aber auch mit vielen Aufgaben gerade jetzt im Bereich der dringend notwendigen Agrarwende.

Alle hochfliegenden Pläne in Land und Bund sind nur halb so viel wert, wenn sie keinen Widerhall in den Kreisen und Gemeinden finden. Und es gibt auch Konflikte mit der Landespolitik, vor allem im Bereich der Gebietsreform. Für mich besteht hier ein Problem, dass womöglich das einzige Einsparpotetential darin liegt, aus zwei oder drei Kreistagen einen zu machen, und dieser eine Kreistag steht dann vor dem Dreifachen an Problemen. Das ist jetzt provokant pauschal daher gesagt, aber bislang hat das noch niemand widersprochen. Da müssen wir noch darüber reden.

An der Grenze des Landkreises Sonneberg enden alle Radwege. Wenn man von Süden kommt, am Froschgrundsee, wenn man von Westen kommt, in Eisfeld. Das ist ein Armutszeugnis für eine differenzierte Verkehrspolitik und zeigt, dass hier im Landkreis das Auto und der selbstfahrende Berufstätige immer noch im Zentrum jeder Mobilitätsbetrachtung steht.

Alle zwei Stunden fahren ein Bus und eine Bahn gleichzeitig um die Wette von Eisfeld nach Sonneberg und nehmen sich gegenseitig die Fahrgäste weg. Dann fährt wieder zwei Stunden gar nichts. Wenn man mit der Bahn im Stundentakt dazwischen in Eisfeld ankommt, ist Warten angesagt. Man muss den Fahrplan großräumig betrachten, über Grimmenthal bis nach Erfurt oder Schweinfurt, dann kann man sehen, wie verheerend diese eine Stunde Verzögerung ist, und dass das selbst eine eingefleischte Bahnfahrerin wie mich zum Autofahren treibt.

Vor meinem Fenster drängeln sich in den Tagesstunden die PKWs und LKWs und Traktoren und Busse, ich hätte gern ein bissel Luft zum Atmen, nur mit freundlichen Worten sind aber die vielen Berufstätigen und Einkaufen-Fahrenden nicht dazu zu bewegen, das Auto zu Haus zu lassen. Dafür müssen Angebote her. Gute Angebote.

Heidi Büttner